29 Juni 2008
Schlucht
Geschrieben von reinxen under: Spezielle Talformen .
Eine Schlucht ist ein enger, steiler Taleinschnitt, meist in einem Gebirge. Die Talbegrenzung besteht aus Wänden oder steilen Hängen.
Schluchten entstehen durch Einschneiden selbst kleinerer Wasserläufe in standfestes, massiges Gestein.
Bevorzugt bildet sie sich in Tiefengesteinen wie Granit. Die Tiefenerosion überwiegt die Denudation stark.
Schlucht ist die allgemeine geomorphologische Bezeichnung für einen engen, steilwandigen Einschnitt in einem Gebirge und damit für eine Talform.
Schluchten entstehen durch Einschneiden selbst kleinerer Wasserläufe in den Untergrund. Hierbei überwiegt die Tiefenerosion stark gegenüber der Verbreiterung, so dass sich keine breite Talsohle ausbilden kann. Voraussetzung für das Entstehen einer Schlucht mit steilen Wänden ist entsprechend standfestes Gestein. So findet man am unteren Neckar neckarabwärts erst ab Binau Schluchten, wo der Buntsandstein die Oberfläche erreicht und den Muschelkalk als Oberflächengestein ablöst. Werden die Seitenwände der Schlucht zu hoch, kommt es zu Rutschungen oder Felsstürzen. Aus Schluchten können sich Kerbtäler entwickeln.
Schluchten können ideal für den Bau eines Staudammes sein. In vielen touristisch erschlossenen Gegenden, wie z.B. Kreta oder Österreich, werden Rafting oder Trekking-Ausflüge angeboten, die aufgrund der latenten Bedrohung bei Gewittern und den daraus resultierenden Wassermassen nur in Begleitung von anerkannten Führern gemacht werden sollten.
Schluchten können sehr groß und auch wasserfrei sein; besonders enge und steile, zumeist wasserdurchströmte Schluchten werden im Oberdeutschen als Klamm bezeichnet. Im Alpenraum, insbesondere in der Ostschweiz, werden unzugängliche Schluchten als Tobel bezeichnet, welche meist einen V-förmigen Einschnitt haben. Im süddeutschen Raum, und zwar speziell im Keuperbergland und am unteren Neckar, werden Schluchten daher auch Klingen genannt.
Von Schluchten zu unterscheiden sind Canyons (auch Cañons), deren Hänge in horizontal lagernden Gesteinsschichten treppenförmig ausgebildet sind.
8 Juli 2008 at 19:05.
Ob zu Fuß oder mit dem Boot – Schluchten sind ein idealer Ort, um der Natur in ihrer ganzen Ursprünglichkeit zu begegnen. Der Grand Canyon in Nordamerika, die Gorges du Verdon in Südfrankreich oder der Kupfer-Canyon in Mexiko hinterlassen bei ihren Besuchern ein Gefühl der Grenzerfahrung mit der Erhabenheit der schöpferischen Natur. Denn Schluchten sind nicht nur eine besondere Landschaftsform, sie bieten als Biotope der Tier und Pflanzenwelt einen einzigartigen Lebensraum.
8 Juli 2008 at 19:05.
Schlucht ist nicht gleich Schlucht
Geomorphologie heißt die Wissenschaft, die sich mit der Gestalt der Erdoberfläche und den Kräften, die diese formen, beschäftigt. Für Geomorphologen ist die Schlucht eine besondere Talform. Denn “Tal” ist die korrekte Bezeichnung für sämtliche Erosionsrinnen, die das Wasser in Jahrmillionen auf seinem Weg über die Erde hinterlassen hat. Dabei gibt es viele verschiedene Täler, von der engen steilen Klamm bis zum weiten offenen Muldental – und jedes hat seine eigene Entstehungsgeschichte.
8 Juli 2008 at 19:12.
Schlucht und Klamm ähneln sich. Doch während bei der Klamm die Talwände teils überhängend verlaufen, liegen die Talwände bei einer Schlucht etwas weiter zurück.
Dabei geben Schluchten und Canyons den Blick frei auf das, was unter uns liegt. Gesteinsschicht für Gesteinsschicht legen sie die Entstehungsgeschichte der Erde offen und zeugen von der beständigen Veränderung der Landschaft.
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