7 August 2008

Elbtal

Geschrieben von reinxen under: Flusstäler .

Als Elbtal werden jeweils verschiedene Talabschnitte, vom Fluss Elbe durchflossen, bezeichnet.

Im Einzelnen spricht man deshalb vom

  • Labský důl (deutsch Elbgrund), im tschechischen Teil des Riesengebirges
  • Labska soutěska (Elbklemme), dem Elbe-Durchbruch zwischen Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) und Vrchlabí (Hohenelbe)
  • dem Elbedurchbruchstal durch das Böhmische Mittelgebirge und das Elbsandsteingebirge
  • sowie dem Dresdner Elbtal.

In der Höhe von 1386 m ü.M. im Hochmoor der Elbewiese befindet sich die Quelle des mächtigsten böhmischen Flusses Labe (Elbe). Der Flusslauf ist 1122 km lang, davon 364,4 auf dem Gebiet der Tschechischen Republik. Unweit der Labská bouda (Elbfallbaude ) stürzt die Elbe über den 40 m hohen Wasserfall in den Elbgrund hinab und fließt weiter in Richtung Dívčí lávky (Mädelsteg), und durch das tiefe Elbtal nach Špindlerův Mlýn (Spindelmühle) und in das Riesengebirgsvorland.

Labský důl

Der Labský důl (deutsch: Elbgrund) ist ein kleines Tal im tschechischen Riesengebirge.

elbgrund Labský důl

Elbgrund Labský důl

Es beginnt etwa 500 Meter ostsüdöstlich der Elbquelle in ca. 1.300 Metern Höhe mit dem Elbfall. Unweit dieses Wasserfalles befand sich die alte respektiv befindet sich die neue Elbfallbaude. Durch das ungefähr 4,5 Kilometer lange, bewaldete Kerbtal der jungen Elbe, das sich von West-Nord-West nach Ost-Süd-Ost erstreckt, verläuft anfangs südlich und später nördlich ein Wanderweg. Südlich des Elbgrundes befinden sich die so genannten Elbgruben.

Die Schönheit der wilden Felsenschlucht, die die Labe (Elbe) auf den ersten Kilometern ihres Flusslaufs ausgehöhlt hatte, wird von einigen Wasserfällen betont. Der größte davon ist der Pančava-Wasserfall, dessen Gewässer von der Felsenkante in eine Tiefe bis zu 250 Metern fallen.

Elbgrund Wasserfall

Elbgrund Wasserfall

Nahe der Baude Labská bouda ist der 40 Meter hohe Elbfall, oberhalb dessen einst ein Staubecken mit Schleuse wegen der höheren Effektivität errichtet wurde. Diese Attraktion wurde aus Naturschutzgründen beseitigt, und der Elbfall hat heute natürlichen Kaskadencharakter.

Špindlerův Mlýn

Špindlerův Mlýn (deutsch: Spindlermühle) ist eine Stadt mit 1.397 Einwohnern im Riesengebirge, Tschechien.
Spindlermühle liegt am Zusammenfluss von Labe (Elbe) und Svatopetrský potok (Grundwasser). In Nordosten erhebt sich der lange Felsgrat Kozí hřbety (Ziegenrücken).

Vrchlabí

Vrchlabí (deutsch Hohenelbe) ist eine Stadt mit 13.300 Einwohnern im Riesengebirge, Tschechien. Sie gehört zum Bezirk Okres Trutnov im Kreis Královéhradecký kraj. Die Stadt liegt in 450 m Höhe über dem Meeresspiegel an der Elbe und gilt als Tor zum Riesengebirge.

Vrchlabí ist nach Špindlerův Mlýn die zweite Stadt am Flusslauf der Elbe und liegt zentral am südlichen Rand des Riesengebirges. Die Elbe durchzieht die Stadt von Nord nach Süd.

Böhmisches Mittelgebirge

Das Böhmische Mittelgebirge (tschech. České středohoří) befindet sich in Nordböhmen (Tschechien) zu beiden Seiten der Elbe. Es erstreckt sich dabei in einer Länge von 80 km zwischen dem Nordböhmischen Becken im Westen und dem Lausitzer Gebirge (tschech. Lužické hory) im Osten. Im Norden geht es fast nahtlos in die Berglandschaft der Böhmischen Schweiz über. Im Süden befinden sich die weiträumigen Niederungen von Ohře (Eger) und Elbe. Das Böhmische Mittelgebirge steht seit 1976 als ChKO České středohoří unter Landschaftsschutz.

Die Elbe durchquert auf einer Länge von 46km das Böhmische Mittelgebirgsmassiv und läßt zwischen Velk Zernoseky (unterhalb Lovosice) und Decin ein malerisches, bis zu 300m tiefes Tal entstehen.

Ceske-Stredohori

Ceske-Stredohori

Das Böhmische Mittelgebirge mit seinem vulkanischem Ursprung zählt aus der Sicht des Naturschutzes und der Landschaftserhaltung zu den wertvollsten Gebieten Böhmens und wurde deshalb als Landschaftsschutzgebiet « Böhmisches Mittelgebirge »mit einer Fläche von 1.063km2 ausgewiesen.

Erholung links und rechts der Elbe

Die Landschaft ist hier recht vielgestaltig ; ihr Charakter verändert sich mit dem Flusslauf. Dem Auge bieten sich nicht nur landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen mit kleinen, verstreuten Anwesen in der Gegend von Litomerice, sondern auch das Elbetal von der Porta Bohemica bis Brna, welches durch die Erholungs- und Freizeitnutzung geprägt ist. Hier überdecken Wochenendhäuschen und Erholungsheime bereits den Charakter der ursprünglichen Besiedlung. Die romantischen Villen am Hang über dem Hafen im industriell überlasteten Regionalzentrum Usti nad Labern bis zum grenznahen Decin lassen indes das einstige Kurortflair erahnen.


Steinerne Zeugen der Vergangenheit

Die Elbe überwindet hier das tektonisch gehobene neovulkanische Stufenbruchsystem des böhmischen Mittelgebirges. An den Hebungsstellen der einzelnen Schollen treten die ältesten Gesteine hervor, die durch die Flusserosion bis auf ihren kristallinen Untergrund durchschnitten wurden. Das erfolgte an der “Porta bohemica”, wo kristalline Schiefer paläozoischen Alters, permokarbonische Brekzie und Quarzporphyre hervortreten. Der überwiegende Teil der Elbetalhänge wird von Oberkreidesedimenten, Sand- und Mergelgestein der Turon-, Coniak- bis Santon Ära gebildet. Im Elbetal sind tertiäre Neovulkangesteine vertreten.Das sind überwiegend Basalte, Trachyte und Phonolithe.Sie bilden ganz verschieden geformte Körper an und unter der Oberfläche, welche die Elbe durch ihre Erosionswirkung bis auf den Kreideuntergrund durchschnitten (Tuffschichten, waagrecht gelagerte Deckschichten) oder in zwei zu beiden Talseiten aufsteigende zerschnitten hat (z.B. der Trachytkörper von Marianske skaly und Kameny Vrch in Usti nad Labern),oder aber den festeren Neovulkanit aus den minder resistenten Kreidesedimenten herauspräpariert hat (z.B. Naturschutzgebiet Kozi vrch bei Nestedice, Gangauffüllung – Naturdenkmal Vrkoc bei Vanov)


Wo die Burg Schreckenstein majestätisch thront

Bei Usti nad Labern unterhalb des schroffen Felsens, auf dem die Burg Schreckenstein thront, stellt sich der Elbe heute die grösste Staustufe an der Elbe ( Inbetriebnahme 1930, Stauhöhe 9,63 m, Stauvolumen 18,8 Mill. m3 ) entgegen; genau an jener Stelle, die der Maler Ludwig Richter in seinem berühmten Bild “Die Überfahrt über die Elbe am Schreckenstein ” verewigt hat.

Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts, also vor dem Aufstau der Elbe, waren die Kiessand-Elbeufer von typischen Lebewesen bewohnt. Dazu gehörten auch eine Reihe räuberischer Laufkäfer der Gattung Nebria, Bembidion und Omophron, die allerdings inzwischen durch die Hebung des Wasserspiegels ihren Lebensraum verloren haben und ausgestorben sind.Einigen jedoch gelang die Flucht in die Kiesgruben von Zernoseky, wo sie einen Ersatzlebensraum gefunden haben.
Im Elbetal findet man eine ganze Reihe von Standorten mit Bruchpflanzenarten sowie mit Arten die Gerölle, Felsen, Sande, trockene Grasfluren, Eichen-, Hainbuchen- und Buchenwälder bewohnen. Der eigentliche Elbelauf und seine allernächste Umgebung bilden einen wichtigen Ausbreitungsweg für eingebürgerte Pflanzenarten z. B. für das Indische Springkraut und die Kanadische Goldrute. Deren Ausbreitung wurde durch den Sojabohnentransport unterstützt.
In einigen Naturreservaten des Elbetales ( Kalvarie, Kozi vrch, Sluneci stran) stehen geschützte, wärmeliebende Pflanzengesellschaften auf Felsen, Geröll und Grasfluren. Hier findet man u. a. Felsensteinkraut; Wiesen-Kuhschelle, den weissen Diptam und verschiedene Federgrasarten.
Ein Grossteil des Tals ist mit Eichen-Hainbuchenwaldungen mit Buchen- und Ahorneinschlag bestanden, im Unterwuchs finden wir Buschwindröschen, Lederblümchen Echtes Lungenkraut und andere.

In den Schluchten blüht und grünt es

In den Schluchten der rechtsseitigen Elbzuflüsse, insbesondere zwischen Usti nad Labern und Decin, stehen blütenreiche Buchenwaldungen ( Naturdenkmal Stribrny roh) mit einer reichen Krautschicht : Brauner Haselwurz, Quirlzahnwurz und Zwiebelzahnwurz, Mondviole oder Ausdauerndes Silberblatt sind hier zu finden.
Unmittelbar an das Landschaftsschutzgebiet “Böhmisches Mittelgebirge ” schliessen sich das Landschaftsschutzgebiet “Elbsandsteingebirge” auf der tschechischen Seite und das Landschaftsschutzgebiet “Sächsische Schweiz” auf der deutschen Seite an. Damit befindet sich die Elbe auf einer Länge von 88,6 km durchgehend in Landschaftsschutzgebieten.

Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge (tschechisch Labské pískovce bzw. Labské pískovcové pohoří) ist ein vorwiegend aus Sandstein aufgebautes Mittelgebirge am Oberlauf der Elbe in Deutschland und Tschechien. Es erstreckt sich beiderseits der Elbe von Pirna bis Děčín (Tetschen-Bodenbach) auf einer Fläche von etwa 700 km². Höchster Berg des Elbsandsteingebirges ist der Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg) mit 723 Metern.

Länderbezogen werden zwei Landschaften unterschieden:

  • die Sächsische Schweiz in Deutschland und
  • die Böhmische Schweiz in Tschechien.

Das Vorkommen des typischen Elbsandsteins und damit des Elbsandsteingebirges ist nicht absolut identisch mit dem Gebiet von Sächsischer und Böhmischer Schweiz, die im Gegensatz hierzu eher durch die landschaftsformende Erosion im Elbtal definiert sind und ein etwas größeres Gebiet einnehmen. Da die Erosion jedoch auch an den Sandstein gebunden ist, unterscheiden sich beide Begriffe geografisch nur geringfügig und werden daher meist als Synonyme verwandt.

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Das charakteristische dieses stark zerklüfteten Felsengebirges ist sein außerordentlicher Formenreichtum auf engstem Raum. Einmalig unter den mitteleuropäischen Mittelgebirgen ist der ökologisch bedeutsame ständige Wechsel von Ebenheiten, Schluchten, Tafelbergen und Felsrevieren mit erhalten gebliebenen geschlossenen Waldbereichen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Standorte mit jeweils eigenen Verhältnissen in Bezug auf Boden und Mikroklima haben eine enorme Artenvielfalt hervorgebracht. Allein die Vielfalt der vorkommenden Farne und Moose wird von keiner anderen deutschen Mittelgebirgslandschaft erreicht.

Welturerbe Dresdner Elbtal

Das Dresdner Elbtal (auch in der Schreibweise Dresdener Elbtal) ist eine großstädtische Kulturlandschaft, die vom Menschen verschiedenartig genutzt und überformt wurde. Begrifflich grenzt sich dieser Teilabschnitt des Elbtals von der Dresdner Elbtalweitung bzw. der Stadt Dresden als ein vorrangig kulturgeographischer Begriff ab. Die Prägung Dresdens durch die Landschaft der Elbe drückt sich bereits im Stadtnamen aus; Dresden ist dem altsorbischen Drežďany entlehnt und wird begrifflich als Auwaldbewohner übersetzt.

Während die Flusslandschaft des Dresdner Elbtals nicht auf das Stadtgebiet beschränkt ist, bezeichnet das Weltkulturerbe Dresdner Elbtal das zur Kern- und Pufferzone der UNESCO-Welterbestätte gehörige Areal, welches sich vollständig auf dem Territorium der Landeshauptstadt befindet.

Seine besondere Bedeutung wurde durch die Aufnahme in die Liste der Stätten des Weltkulturerbes der UNESCO im Juli 2004 gewürdigt. Neben den landschaftlichen und architektonischen Qualitäten des Elbtals als Kulturlandschaft wurden dabei auch „die Schätze der staatlichen Kunstsammlungen und die lebendigen Traditionen in Musik und bildender Kunst“ für wert befunden, ins Kulturerbe der Menschheit aufgenommen zu werden.

Die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal umfasst im Sinne des Welterbes den etwa 20 km langen Abschnitt des Flusslaufs der Elbe auf dem Gebiet der sächsischen Landeshauptstadt, zwischen südöstlichen Stadtgrenze bei Dresden-Söbrigen und dem Dresden-Übigauer Elbbogen nahe der westlichen Stadtgrenze.

Der Kulturraum liegt in einem engen Bereich des Elbtalkessels, der hier in Mäandern vom Strom durchflossen wird. Entlang seiner östlichen Hälfte wird das geschützte Tal nach Nordosten hin vom größtenteils bewaldeten Elbhang begrenzt. Da das Elbtal klimatisch begünstigt liegt, wird am Elbhang an mehreren Stellen Wein angebaut. Die Jahresdurchschnittstemperaturen mit 9,3 Grad in Radebeul und fast 10 Grad in Dresden-Neustadt zählen zu den höchsten in ganz Deutschland.

Auf Grund verschiedener Aspekte, insbesondere dem des Hochwasserschutzes, durften und dürfen viele flussnahe Teile der Kulturlandschaft nicht bebaut werden. Durch diese Stadtplanung wurden die weitläufigen Grünflächen des Dresdner Elbtals erhalten und in die Struktur der angrenzenden Stadtteile einbezogen.

Elbtalkessel

Der Elbtalkessel wird von den Ausläufern und Flanken des Osterzgebirges, des Lausitzer Berglandes und des Elbsandsteingebirges (Sächsische Schweiz) gebildet und endet im Landkreis Meißen. Er stellt geologisch eine Bruchzone dar und wird stark mäandrierend von der Elbe als wichtigstem Fluss durchflossen. Die Region ist klimatisch gegenüber den benachbarten Gebieten begünstigt, so dass an Nordhängen der Berge Weinbau möglich ist (Sächsische Weinstraße). Darüber hinaus wird intensiver Obstbau betrieben. Das Talklima ist deutlich trockener (mittlerer Jahresniederschlag unter 700 mm) und wärmer (Jahresmittelwert der Lufttemperatur 8,5 °C) als das umliegende Hochland. Bereits früh wurde das Gebiet der fruchtbaren Böden (Löss) und des bequemen Flussüberganges wegen besiedelt und konnte kulturhistorisch eine weltweit geschätzte Bedeutung erlangen. Der Ballungsraum Dresden füllt den Elbtalkessel nahezu vollständig aus.

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