22 Juli 2008
Donautal
Geschrieben von reinxen under: Flusstäler .
Es gibt im Verlauf der Donau mehrere Täler, die hier vorgestellt werden.
Zuerst Grundsätzliches zur Donau:
Die Donau ist nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Je nach Definition misst sie 2845 oder 2888 Kilometer (siehe Donauquelle). Die Donau entspringt im Schwarzwald und mündet in einem ausgedehnten Delta ins Schwarze Meer. Sie durchquert das nördliche Alpenvorland, die Pannonische Tiefebene und das Rumänische Tiefland. Dabei entwässert sie weite Teile des südlichen Mitteleuropas und Südosteuropas.
Deutschland
Namentlich entsteht die Donau 1,4 Kilometer östlich von Donaueschingen durch den Zusammenfluss der beiden Quellflüsse Brigach und Breg; daher der Merksatz „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg’“. Jedoch wird auch der Ursprung des in Donaueschingen entspringenden Donaubachs als Donauquelle bezeichnet, ebenso – als geographischer Ursprung – die Quelle der Breg bei Furtwangen. Nähere Einzelheiten finden sich im Artikel Donauquelle. Da die Donau im Schwarzwald entspringt, und im Schwarzen Meer mündet, ist die umgangssprachliche Bezeichnung Schwarzer Fluss.
In Deutschland fließt die Donau von ihrer Quelle bis zur deutsch-österreichischen Grenze über 687 Kilometer und ist damit der drittlängste Fluss Deutschlands. An ihren Ufern liegen als größte Städte Tuttlingen, Ulm, Neu-Ulm, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Regensburg, Straubing und Passau. Von Ulm bis Kelheim ist die Donau Landeswasserstraße mit erheblichen Verkehrsbeschränkungen, von Kelheim bis zur österreichischen Grenze als Bundeswasserstraße öffentlicher Verkehrsweg. Siehe auch: Donauschifffahrt
Rechtsseitig der Donau fließen in Neu-Ulm die Iller, der Lech bei Marxheim (östlich von Donauwörth) und die Isar bei Deggendorf zu sowie in Passau der Inn; linksseitig die Wörnitz in Donauwörth, hinter Kelheim die Altmühl, bei Regensburg Naab und Regen. Ein bekannter Merksatz: „Iller, Lech, Isar, Inn fließen rechts zur Donau hin; Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen kommen ihr von links entgegen.“ Dabei sind im ersten Teil des Merktextes die wirklich großen Nebenflüsse genannt; selbst der größte linksseitige Nebenfluss (Naab) bringt mit 40 m³/s gerade mal halb soviel Wasser wie der kleinste rechtsseitige Nebenfluss (Iller) mit. Auch zahlreiche kleinere Flüsse münden in die Donau, so zum Beispiel die Riß, die Roth, die Große Lauter, die Blau, die Günz, die Brenz, die Mindel, die Zusam, die Schmutter, die Paar, die Abens, die Große Laber, die Vils sowie Ilz, Erlau und die Ranna, die aber erst in Österreich die Donau erreicht.
In Passau fließt zunächst die Ilz von links in die Donau und kurz danach von rechts der Inn zu. Das Wasser des Inns, das von den Alpen kommt, ist grün, das der Donau blau und das der aus einem Moorgebiet kommenden Ilz schwarz, so dass die Donau ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss drei Wasserfarben (grün/blau/schwarz) aufweist. Auffallend ist dabei, wie stark das grüne Wasser des Inns das Wasser der Donau beiseitedrängt. Dies hängt neben der zeitweise sehr großen Wassermenge des Inns hauptsächlich von der stark unterschiedlichen Tiefe der beiden Gewässer ab. (Inn: 1,90 Meter, Donau: 6,80 Meter) zusammen – „der Inn überströmt die Donau“. Zwar führt der Inn im Jahresmittel auch etwa fünf Prozent mehr Wasser als die Donau selbst, doch rührt dies hauptsächlich von den starken Hochwassern des Inns bei der Schneeschmelze her, während die Donau eine deutlich konstantere Wasserführung aufweist – sie führt die meiste Zeit des Jahres (sieben Monate, Oktober bis April) mehr Wasser mit sich.
Bedeutende Bauwerke entlang der deutschen Donau sind insbesondere die Erzabtei Beuron, das Fürstenschloss der Hohenzollern in Sigmaringen, das gotische Münster zu Ulm (Ulmer Münster) mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,6 Meter), die unmittelbar am seichten Ufer errichtete Abtei Weltenburg und die Befreiungshalle, beide nahe Kelheim gelegen, die Steinerne Brücke und der Dom St. Peter in Regensburg sowie die Walhalla bei Donaustauf etwa zehn Kilometer östlich davon. Zwischen der Abtei Weltenburg und Kelheim liegt der landschaftlich reizvolle und geologisch interessante Donaudurchbruch bei Weltenburg. In Passau ist der Dom St. Stephan zu sehen.
Österreich
Kaum ein Land wird so eng mit der Donau in Verbindung gebracht wie Österreich, sei es wegen des Donauwalzers oder in Form des volkstümlichen Beinamens „Donaumonarchie“, den die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn auf Grund der etwa 1300 Donaukilometer trug.
Blick vom Leopoldsberg auf den Anfang der Donauinsel und den Zusammenfluss von Donau und Neue Donau beim Einlaufbauwerk
Blick vom Leopoldsberg auf den Anfang der Donauinsel und den Zusammenfluss von Donau und Neue Donau beim Einlaufbauwerk
Beinahe das gesamte Staatsgebiet entwässert in die Donau (und damit in das Schwarze Meer). Nur das Gebiet des Bundeslandes Vorarlberg entwässert größtenteils in den Rhein (Nordsee), ein sehr kleines Gebiet in der Nordwestecke von Niederösterreich (Waldviertel) in die Lainsitz (Moldau > Elbe > Nordsee), und ein kleiner Teil des oberösterreichischen Mühlviertels ebenfalls in die Moldau.
Direkt hinter Passau liegt die deutsch-österreichische Grenze und etwa 50 km darauf folgt die Schlögener Schlinge, bei der der Fluss seinen Verlauf um 180 Grad ändert. Nach etwas über 70 Kilometern hinter der Grenze folgt Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs, zu beiden Ufern der Donau. Vorbei an Mauthausen, Enns (Zuflussort des gleichnamigen Flusses) und Grein, wo die Donau ihre tiefste Stelle in Österreich aufweist, erreicht der Strom nach rund 90 Kilometern Melk mit seinem gewaltigen Stift und durchfließt auf den folgenden knapp 35 Kilometern eine der schönsten Donaulandschaften, die Wachau, die an Dürnstein vorüber bis Krems reicht; anschließend durchquert sie das Tullnerfeld. Bereits nahe der Staatsgrenze zur Slowakei fließt die Donau durch die Hauptstadt Wien. Wien war über Jahrhunderte die größte und bedeutendste aller Donaustädte, muss diesen Rang allerdings mittlerweile mit Belgrad und Budapest teilen. Der Fluss machte die Stadt zu einem bedeutenden Handelszentrum, bis heute ist die Donau eine wichtige Handelsroute zwischen Ost und West. Um die Auswirkungen der Donau-Überschwemmungen in Wien zu vermindern, wurde der Fluss künstlich reguliert (siehe dazu: Donaucity, Neue Donau, Donauinsel, Alte Donau, Wiener Donauregulierung, Donaukanal).
Wichtige Zuflüsse der Donau in Österreich sind der Inn (rechts; an der Grenze zu Deutschland), die Aist (links), die Traun (rechts), die Enns (rechts) die Ybbs (rechts), die Traisen (rechts), der Kamp (links), die Wien (rechts), die Schwechat (rechts), die March (links) und die als ehemalige Grenze zu Ungarn (bis 1921) historisch bedeutsame Leitha (rechts), die aber erst in Ungarn die Donau erreicht.
Slowakei
Nur knappe 45 Kilometer von Wien entfernt, unmittelbar hinter der österreichisch-slowakischen Grenze, passiert die Donau die slowakische Hauptstadt Bratislava. Die Donau bildet zunächst kurz die Grenze zu Österreich, fließt dann durch die slowakische Hauptstadt und bildet schließlich die Grenze zu Ungarn. In der Nähe von Bratislava zweigt am linken Ufer ein Seitenarm, die Kleine Donau, von der Donau ab und bildet mit der Großen Schüttinsel die größte Flussinsel Europas. Die Kleine Donau verläuft in zahlreichen Mäandern und mündet bei Kolárovo in die Váh, den größten slowakischen Fluss nach der Donau. Diese fließt selbst wiederum in die Donau zurück. Der Mündungsort ist Komárno, ein Zentrum der ungarischen Minderheit in der Slowakei. Kurz vor der Staatsgrenze mündet die Hron bei Štúrovo in die Donau, zuletzt der Nebenfluss Ipeľ bei Chľaba.
Ungarn
In Čunovo, dem südlichsten Stadtteil Bratislavas an der ungarischen Grenze, teilt sich die Donau erneut. Nur der nördliche Arm bildet die weitere slowakisch-ungarische Staatsgrenze. Der südliche Arm namens Mosoni Duna durchfließt kurz nach seiner Abtrennung vom Hauptarm ausschließlich ungarisches Territorium. An seinen Ufern liegt die Industrie-, Handels- und Universitätsstadt Győr. Hier mündet die Raab ein. Östlich von Györ fließt Mosoni Duna wieder in den Hauptarm.
Die für Ungarn historisch wohl bedeutendste Stadt am weiteren gemeinsamen Flusslauf noch vor dem Donauknie ist die ehemalige Hauptstadt Esztergom.
Nahe der Einmündung des Ipoly verlässt die Donau bei Szob die Staatsgrenze und ist nun an beiden Ufern ungarisch. Kurz darauf stößt sie auf das Börzsöny-Gebirge und wird von diesem zwischen Gerecse- und Pilisgebirge nach Süden abgedrängt. Der Lauf der Donau ändert sich hier in einer eindrucksvollen Landschaft, dem Donauknie bei Visegrád, um rund 90 Grad. Von nun an fließt sie anstatt von West nach Ost wie bisher über rund 500 Kilometer strikt nach Süden.
Nach ungefähr 40 Kilometern durchfließt die Donau Budapest, die Hauptstadt von Ungarn, welche mit 1,8 Millionen Einwohnern größte Stadt entlang des Donaulaufs ist. Hier erreicht sie eine Breite von 400-500 Metern. Budapest ist flussabwärts die letzte Stadt, die beidseitig der Donau liegt. Zugleich verlässt die Donau hier das ungarische Mittelgebirge und tritt in die Große Ungarische Tiefebene ein, deren westliche Grenze sie selbst markiert. Nachdem sie zahlreiche kleinere Städte wie Dunaújváros, Baja, Paks und Kalocsa passiert hat, verlässt sie kurz hinter Mohács das ungarische Staatsgebiet.
Kroatien
Mit 137 Kilometern Gesamtlänge hat Kroatien den, nach Moldawien und der Ukraine, kürzesten Anteil am Dunav, der im Dreiländereck mit Ungarn und Serbien bei Batina beginnt. Der Fluss bildet die natürliche Grenze zwischen Kroatien und Serbien. Die bedeutendste kroatische Stadt an der Donau ist Vukovar, die im Krieg mit Serbien schwere Schäden davontrug, aber auch Osijek liegt in Donaunähe, lediglich 20 Kilometer von der Mündung der Drau in die Donau.
Serbien
Anfangs teilt sich Kroatien (rechtes Ufer) die Donau mit Serbien (linkes Ufer). Bei Bačka Palanka macht die Donau einen Knick und durchquert dann Serbien in südöstlicher Richtung, weg von der kroatischen hin zur rumänischen Grenze.
Nur 25 Kilometer, nachdem die Donau von Ungarn her die Grenze und den Grenzrevisionspunkt Bezdan gegenüber von Batina passiert hat, liegt die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast nur von Donauschwaben bewohnte Hafenstadt Apatin (dt: Abthausen), die erste größere serbische Stadt an der Donau.
Weiter stromabwärts passiert der Strom die Stadt Novi Sad, deren Brücken 1999 im Zuge des Kosovo-Kriegs schwer beschädigt wurden. Über sechs Jahre wurde der Verkehr zwischen den beiden Stadthälften über eine Pontonbrücke abgewickelt. Da diese nur dreimal pro Woche geöffnet wurde, stellte sie das bedeutendste Hindernis für den Schiffsverkehr entlang der Donau dar. Seit der Wiedereröffnung der Freiheitsbrücke am 11. Oktober 2005 ist die Donau wieder ungehindert befahrbar.
Nach noch einmal 75 Kilometern erreicht die Donau Belgrad, die mit knapp 1,57 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt an der Donau und mit 7000 Jahren eine der ältesten ständig bewohnten Siedlungen an ihren Ufern überhaupt. Sie ist um den Zufluss der Save gebaut, ihr Kern ist die gewaltige Festung Kalemegdan auf einer Anhöhe über der Mündung.
Auf ihrem weiteren Weg durch Serbien fließt die Donau an den Industriestädten Pančevo mit dem Zufluss des Temesch und Smederevo vorüber, wo die Morava in die Donau mündet, bevor sie an der Ruine der serbischen Festung Golubac vorbei in die beeindruckende Donauschlucht durch das Eiserne Tor eintritt. Die Donau fließt als Grenzfluss zwischen Serbien und Rumänien bis zu den beiden Staudämmen Djerdap 1 und 2. Auf serbischer Seite befindet sich der Nationalpark Djredap.
Rumänien
Auf über einem Drittel ihrer Gesamtlänge, genauer 1075 Kilometern, passiert die dort so genannte Dunărea Rumänien. Das ist der größte Wert aller Anrainerstaaten. Die Donau ist für das Land anfangs Grenzfluss zu Serbien, dann zu Bulgarien. Nach einer Richtungsänderung nordwärts ist sie rumänischer Binnenfluss im Bereich der Regionen Bărăgan und Dobrudscha, um später Grenzfluss zu Moldawien bzw. zur Ukraine zu werden und schließlich ins Schwarze Meer zu münden.
Noch vor dem spektakulären Eisernen Tor, vor der Entschärfung zu Beginn der 1970er Jahre der gefährlichste Teil der gesamten Strecke, beginnt ihr Verlauf südwestlich des Banater Gebirges, dort mündet bei Izlaz der Olt in die Donau. Nachdem sie Orşova erreicht hat, stößt sie durch den berühmten Donaudurchbruch und kommt nach Drobeta Turnu Severin. Nun macht der Fluss einen Knick nach Süden vorbei an Gruia, Pristol, Cetate und Calafat. Dann beginnt die Donau ihre 400 Kilometer lange Reise gen Osten als Grenze zu Bulgarien. Dabei fließt sie an den Städten Dăbuleni, Corabia, Turnu Măgurele, Zimnicea, Giurgiu (direkt gegenüber auf bulgarischer Seite liegt die Stadt Russe), Olteniţa, wo der Argeş in die Donau mündet, und Călăraşi vorbei. Nun begrenzt sie die Dobrudscha-Erhebung nach Westen hin, vorbei an Cernavodă, Topalu, Hârşova, Giurgeni und Gropeni, bis sie die beiden größeren Städte Brăila und Galaţi erreicht. Kurz dahinter wird sie wieder Grenzfluss zur Ukraine, um in Richtung Osten bald das Donaudelta zu erreichen. Zuvor berührt sie aber noch die Städte Tulcea und Pardina.
Bulgarien
Für Bulgarien bildet der Fluss die Grenze zwischen Rumänien und seinem äußersten Norden, nur das rechte Ufer ist hier also Teil Bulgariens. Entlang der fast 500 Kilometer langen Strecke existiert nur eine einzige Brücke; sie verbindet seit 1954 die größte bulgarische Donaustadt Russe mit dem rumänischen Giurgiu. Für Bulgarien hat der Fluss trotz seiner Länge eine geringere Bedeutung als für andere Länder. Da es sich um den einzigen schiffbaren Fluss des Landes handelt und dieser nur den vergleichsweise schwächer besiedelten äußersten Norden streift, hat er verkehrstechnisch eine nur regionale Bedeutung für das Land. Nur für die kleine Handelsflotte ist der Fluss von Belang. Von den 12 Donauhäfen sind Swischtow, Russe, Widin, Nikopol, Lom und Silistra die wichtigsten; als Grenzrevisionspunkt im Nordwesten ist darüber hinaus noch Orjachowo von Bedeutung. In der Stadt Swischtow erreicht die Donau auch ihren südlichsten Punkt, von hier an fließt sie allmählich nordwärts und verlässt dann hinter Silistra das bulgarische Territorium.
Moldawien
Der Anteil Moldawiens an der Donau ist der kleinste aller Anrainerstaaten. Nur auf einer Länge von 340 Metern stieß der südlichste Zipfel des Landes zwischen Rumänien und der Ukraine ursprünglich kurz hinter Galaţi bei Giurgiuleşti am Zufluss des Pruths in die Donau. 1999 überließ die Ukraine Moldawien in einem Gebietstausch weitere 230 Meter, so dass die heutige Gesamtlänge des moldawischen Ufers 570 Meter beträgt. Moldawien beabsichtigt, den Zugang zur Donau für den Bau eines umstrittenen Mehrzweckhafens zu verwenden.
Ukraine
Kurz hinter dem Zufluss des Pruths wird das linke Donauufer ukrainisch und der Fluss bildet die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine. Die bedeutendsten ukrainischen Städte an der Donau sind Ismajil, Kilija sowie Wylkowe, wo der Bystre-Kanal beginnt. Hinter dem ukrainischen Abschnitt wird die Donau wieder rein rumänisch und mündet als Donaudelta von rund 800.000 Hektar Fläche (davon rund 680.000 Hektar rumänisch) in das Schwarze Meer.
Das Schwäbische Donautals
Die Donau ist das Herzstück des Schwäbischen Donautals. Der 2860 km lange Fluss verbindet den Schwarzwald mit dem Schwarzen Meer und schlängelt sich dabei durch die rund 750 Quadratkilometer große Region die sich von Ulm/Neu-Ulm bis Donauwörth erstreckt.
Geschichtsträchtige Region mit unverwechselbarer Natur
Heute wird die Donau mit ihrem Umland intensiv genutzt. Der besonderen Schönheit dieser Region hat dies jedoch keinen Abbruch getan. Fantastische Auwälder bilden eine märchenhafte Kulisse für jede Radtour. Die einst weiträumigen Flachmoore, in Schwaben Riede genannt, sind heute üppige Wiesen, mit artenreichen Riedvegetationen, Trollblumen und Orchideen.
Die kulturellen Wurzeln des Schwäbischen Donautals gehen bis in die Zeit der Römer und des deutschen Kaisergeschlechts der Staufer zurück. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die zersplitterte Region auf Bayern und Baden-Württemberg aufgeteilt. Noch heute zeugen einmalige kulturelle Sehenswürdigkeiten von der bewegten Entwicklung der Region.
Von Kurios bis Interessant
Das Schwäbische Donautal ist an Vielfältigkeit nur schwer zu überbieten. So wurden zum Beispiel die ersten von Menschenhand erschaffenen Skulpturen und Kunstgegenstände rund um Ulm ausgegraben. Auch die größte römische Tempelanlage nördlich der Alpen befindet sich in der Region – der Apollo-Grannus-Tempel in Lauingen. Dass im Schwäbischen Donautal Geschichte und Zukunft aufeinander treffen wird vor allem in der größten Kraterlandschaft der Welt im Ries deutlich: hier trainierte sogar eine Apollo-Mission für den Weltraumflug. Das LEGOLAND in Günzburg ist eine weitere Attraktion, die es nur ein einziges Mal in Deutschland gibt.
Freizeitparadies Schwäbisches Donautal
Wer mit dem Fahrrad im Schwäbischen Donautal unterwegs ist, der sollte die Badehose nicht vergessen! Über 700 Seen laden zum Baden, Wasserski, oder tauchen nach versunkenen Kuttern ein. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das Fahrrad gegen ein Boot zu tauschen und die Region vom Wasser aus zu erkunden oder auf Inlinern durch die Natur zu düsen. Viele große und kleine Sehenswürdigkeiten an den Strecken warten auf ihre Entdeckung.
Kulinarische Reise – das Beste aus zwei Regionen
Die vielen Aktivitäten machen hungrig! Das Schwäbische Donautal vereint das Beste aus der vom Wein geprägten schwäbisch-fränkischen Kultur und die Bierkultur der altbayerischen Küche. Die Vielzahl von Landgasthöfen, Biergärten und Hofläden verwöhnt ihre Gäste mit außergewöhnlichen regionalen Spezialitäten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei – Herrgottsbescheißerle oder Nonnenfürzchen, Mooslamm und Rotwild, Schnecken und Fisch oder die klassische Brotzeitplatte mit Käse und frisch zubereitetem Salat.
22 Juli 2008 at 20:24.
Geologie
Obgleich die Oberläufe der Donau heutzutage verhältnismäßig kleiner sind, ist die Donau geologisch viel älter als der Rhein, mit dem ihr Einzugsgebiet im heutigen Süddeutschland konkurriert. Dies führt zu einigen Besonderheiten.
Der Rhein ist der einzige Fluss der Alpen, der nördlich in Richtung zur Nordsee fließt. Dabei nimmt er die nördlich abfließenden Wasser der Europäischen Wasserscheide auf. Diese teilt wie eine unsichtbare Linie Teile von Süddeutschland.
Bis zur Riß-Eiszeit begann der Rhein erst an der südwestlichen Spitze des Schwarzwaldes. Das Wasser der Alpen, das heute in den Rhein fließt, wurde damals in der Urdonau nach Osten getragen, die bis zur Rißeiszeit weiter nördlich im Tal der heutigen Altmühl (Altmühldonau) und des Wellheimer Trockentals entlang der Linie Wellheim–Dollnstein–Eichstätt–Beilngries–Riedenburg floss. Die (heute wasserlosen) Schluchten in der jetzigen Landschaft der Fränkischen Alb sind Teile des Bettes dieses früheren Flusses, der erheblich größer war als die heutige Donau. Nachdem die Oberrheinische Senke gleichsam abgefressen worden war, änderte der größte Teil des Alpenwassers seine Richtung und speist heute den Rhein.
Es fließen bis heute Teile des Donauwassers durch den porösen Kalkstein der Schwäbischen Alb in den tiefer liegenden Rhein. Da diese große Menge unterirdischen Wassers sich zugleich mehr und mehr in den umgebenden Kalkstein frisst, wird angenommen, dass die obere Donau eines Tages völlig zugunsten des Rheins verschwinden wird.
Zwischen Immendingen und Möhringen kommt es im Flusslauf zur Donauversickerung. Hier versickert ein großer Teil des Donauwassers im Boden und gelangt über Höhlen im verkarsteten Kalkstein zum über 14 Kilometer entfernten Aachtopf, von wo aus das Wasser in den Bodensee und später in den Rhein gelangt[1]. Bei sehr wenig Wasser kann es zeitweise auch zur kompletten Versickerung kommen; die Donau wird dann nur noch von den Flüsschen Krähenbach in Möhringen und Elta gespeist. Da dieses Trockenfallen des Flusses in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen hat, wird ein Teil des Donauwassers durch einen Stollen an der Versickerungsstelle vorbeigeleitet. Der Stollen und das zugehörige Wehr befinden sich hinter dem Ortsausgang von Immendingen, der Stollen selbst führt nach Möhringen. Eine weitere Donauversickerung, die zusätzliches Wasser unterirdisch zum Aachtopf führt, befindet sich bei Fridingen an der Donau.
Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich zu einem Tieflandfluss.
22 Juli 2008 at 20:25.
Geschichte
Im siebten Jahrhundert vor Christus segelten die Griechen, die vom Schwarzen Meer her über die Stadt Tomis, dem heutige Constanţa, kamen, flussaufwärts. Ihre Erkundungsreise endete am Eisernen Tor, einer felsigen Kataraktstrecke voller Untiefen, deren gefährlicher Verlauf den griechischen Schiffen die Weiterreise über die Linie Südkarpaten und Serbisches Erzgebirge, an der heutigen Grenze von Rumänien zu Serbien, unmöglich machte. Den Unterlauf nannten die Griechen Istros, der Oberlauf war ihnen nicht bekannt. Dieser Name für den Unterlauf war zunächst bei den Römern in Gebrauch, während sie den Oberlauf nach dem keltischen Namen Danuvius nannten.
Unter den Römern bildete die Donau fast von der Quelle bis zur Mündung die Grenze zu den Völkern im Norden und war zugleich Route für den Truppentransport sowie für die Versorgung der stromabwärts gelegenen Siedlungen. Vom Jahr 37 an bis zur Regierungszeit Kaiser Valentinians I. (364–375) war der Donaulimes mit gelegentlichen Unterbrechungen, etwa dem Fall des Donaulimes 259, die nordöstliche Grenze des Reiches. Die Überschreitung der Donau nach Dakien hinein gelang dem Imperium Romanum erst in zwei Schlachten 102 und 106 nach dem Bau einer Brücke 101 bei der Garnisonsstadt Drobeta am Eisernen Tor. Dieser Sieg über die Daker unter Decebalus ließ die Provinz Dacia entstehen, die 271 wieder verloren ging.
Im neunten Jahrhundert war die Donau Wanderweg für das asiatische Hirtenvolk der Magyaren, die donauaufwärts über die Zwischenstation des Chasarenreichs bis in das heutige Ungarn vordrangen und dort gemeinsam mit der slawischen Vorbevölkerung in den kommenden 150 bis 200 Jahren unter Stephan I. die heutige ungarische Nation begründeten.
Auch die bereits zwischen 1096 und 1099 beim ersten Kreuzzug vom Heer Gottfried von Bouillons genutzte Route Charlemagne zog sich von Regensburg bis Belgrad die Donau entlang. Rund 340 Jahre später verkehrte sich die Richtung, denn für das türkische Heer war die Donau auf ihrem Feldzug durch Südosteuropa die zentrale Route für den Transport von Truppen und Nachschub. Der Fluss ermöglichte es ihnen, rasch vorzurücken, bereits 1440 führten sie 2000 Kilometer hinter der Mündung die ersten Schlachten um Belgrad. Dessen Eroberung gelang allerdings erst 1521, schon wenige Jahre später, 1526, zerschlug das osmanische Heer in der ersten Schlacht bei Mohács (1526) das ungarische Königreich. Da König Ludwig II. dabei zu Tode kam, fiel Ungarn an das habsburgische Österreich. Dieser Moment gilt als der Keim der Donaumonarchie.
1529 erreichten die Türken mit Wien das Zentrum Mitteleuropas, wurden dort aber geschlagen. So war die Expansion der Osmanen entlang der Donau gestoppt und ab der Schlacht bei Mohács (1687) verloren sie allmählich wieder Land und Macht. Das allmähliche Zurückdrängen der Türken ging im wesentlichen auf die Initiative Österreich-Ungarns zurück, das daran erstarkte, zumal es gleichzeitig aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verdrängt wurde. Neben den Österreichern sollte das Osmanische Reich weiterhin bis zum endgültigen Verlust seiner Balkangebiete durch die russisch-türkischen Kriege (1768–1774) und die Balkankriege 1912/13 der bedeutendste politische Faktor Südosteuropas bleiben. Die Donau war dabei nicht nur militärische und kommerzielle Hauptschlagader, sondern auch politische, kulturelle und religiöse Grenze zwischen Morgen- und Abendland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 eine neue Regelung des Flussverkehrs in Angriff genommen, die das Pariser Abkommen von 1921 ablösen sollte. Zur Belgrader Konferenz, die 1948 abgehalten wurde, waren alle Anrainerstaaten außer den Kriegsstaaten Deutschland und Österreich zugelassen. Mit Unterzeichnung des fertigen Übereinkommens wurde zugleich ein Anhang signiert, der Österreich anschließend in die Donaukommission aufnahm. Die Bundesrepublik Deutschland konnte dem Übereinkommen und der Donaukommission als Resultat sowjetischer Vorbehalte gegen eine deutsche Mitbestimmung erst im März 1998 beitreten, fast 50 Jahre nach der Belgrader Konferenz.
22 Juli 2008 at 20:26.
Naturpark Obere Donau
Das Donautal bei Beuron
Zwischen Immendingen und Ertingen durchquert der Fluss den Naturpark Obere Donau. Die landschaftlich attraktiven Felsen im Donaudurchbruch Schwäbische Alb gehören zu den wenigen, natürlich unbewaldeten Pflanzenstandorten in Deutschland. Da dieser Untergrund sehr trocken ist und die Temperaturen stark schwanken, konnten sich viele sehr lichthungrige Pflanzen, teils als eiszeitliche Relikte, hier erhalten. So kommt es im Nationalpark zur ungewöhnlichen Kombination von mediterraner, alpiner und tundrischer Flora. Mit fast 750 Pflanzenarten, darunter einigen bedrohten oder vom Aussterben bedrohten, ist die Region, die von menschlichen Einflüssen weitgehend verschont blieb, eine der artenreichsten Baden-Württembergs
22 Juli 2008 at 20:27.
Naturschutzgebiet Donauleiten
Das Naturschutzgebiet Donauleiten liegt donauabwärts zwischen Passau und Jochenstein auf der linken, nördlichen Donauseite. Es handelt sich um eine sehr steile Abbruchkante, an der sich der Bayerische Wald gegenüber der Molassesenke des Alpenvorlandes um über hundert Meter gehoben hat. Durch die Exponierung gegen Süden wärmen sich Granit und Gneis dieser Donauhänge auf und sorgen für ein fast mediterranes Klima. Daher haben auf dieser Klimainsel viele Arten die Klimaverschlechterung der letzten nacheiszeitlichen Wärmeperiode überlebt. So gelten die Donauleiten in Deutschland als bedeutendstes Vorkommen der bis zu zwei Meter langen schwärzlich-grünen Äskulapnatter. Die Vielfalt an Insekten ist bemerkenswert: Schwalbenschwanz, Segelfalter und großer Schillerfalter können häufig beobachtet werden. Sogar Weißer und Schwarzer Apollofalter kommen noch vereinzelt vor. Aufgrund der Mischung von mageren, eher sauren Trockenstandorten an den Steilhängen und feuchteren Laub- und Eichenwäldern auf humosen Felsterrassen existiert eine abwechslungsreiche Flora, zu nennen sind etwa Alpenveilchen, Grünlilien, Roter Fingerhut und Gelber Fingerhut, Seidelbast und Orchideen wie das Männliche Knabenkraut und das Waldvögelein. Allerdings ist die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung für einen starken Rückgang dieser Arten verantwortlich. In den Auwaldbereichen finden sich wichtige Orchideenhabitate auf Trockenrasen-Brennen. Diese liegen ähnlich einem Kessel windgeschützt in den Donau-Auwäldern, die spezielle Lage bedingt sehr heiße und trockene Mikroklimen die den wärmeliebenden Orchideen entgegen kommt.
22 Juli 2008 at 20:27.
Nationalpark Donau-Auen
Eines der größten Auengebiete in Mitteleuropa sind die Donauauen nahe Wien bei Hainburg, dort erstreckt sich von der Lobau (noch auf Wiener Stadtgebiet) bis zur Einmündung der March der Nationalpark Donau-Auen, in dem rund 70 Fisch-, 30 Säugetier- und 100 Vogelarten leben.
Der Nationalpark Donau-Auen wurde nicht durch die Regierung Österreichs initiiert, sondern 1983/1984 durch Bürgerproteste vor dem beabsichtigten Bau eines Donaukraftwerks gerettet, der die Auen zerstört hätte. Dabei kam es im Dezember 1984 zur spektakulären Besetzung der Hainburger Au durch mehrere tausend Menschen und einem von über 350.000 Menschen unterzeichneten Volksbegehren. Diese Bürgerbewegung gilt als die Geburtsstunde der österreichischen Grünen Partei. 1996 wurden die Auen zum Nationalpark erklärt.
Heute ist dieser Nationalpark durch die geplante Lobauautobahn bedroht. Sie soll großteils unter dem Nationalpark als Tunnel verlaufen, müsste aber zahlreiche Oberbauten aufweisen. Das für die Donau-Auen wichtige, heikle Grundwassersystem könnte durch den Bau gestört werden.
22 Juli 2008 at 20:28.
Nationalpark Đerdap
Der Nationalpark Đerdap erstreckt sich entlang der Donau, von der Stadt Golubac bis zur Kleingemeinde Tekija, über eine Länge von 100 km und über eine Fläche von 63.680 Hektar. Das Einzigartige an diesem Park sind die riesigen Schluchten und Pässe durch die die Donau fließt. Đerdapska klisura wird der größte Pass bezeichnet, der gleichzeitig auch der größte Europas ist. Die tertiäre Flora, Vegetation und Fauna machen ihn zu einem einzigartigen Naturreservat. Die über 1100 Pflanzenarten, die hier zu finden sind, als auch Bären, Luchse, Wölfe, Goldschakale, Schwarzstörche, einige Eulenarten und andere seltene Tiere bestätigen dies ebenfalls.
Trotz dieses Naturreichtums war der Mensch in diesem Gebiet stets präsent, was die zahlreichen Funde bezeugen. Lepenski Vir, Tabula Traiana und Traians Brücke sind nur einige der bedeutenden archäologischen Funde in diesem Nationalpark. Bisher unerschlossene Funde befinden sich heute auf dem Grund des riesigen Stausees des Eisernen Tores. Viele geborgene Funde finden sich im Museum Lepenski Vir.
Weitere serbische Nationalparks entlang der Donau sind das Spezial-Naturreservat Gornje Podunavlje und der Nationalpark Fruška Gora
22 Juli 2008 at 20:29.
Biosphärenreservat Donaudelta
Das Donaudelta in Rumänien ist das Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer und – nach dem Wolgadelta – das zweitgrößte Flussdelta Europas. Es besteht aus drei Hauptarmen sowie unzähligen Seitenarmen, Röhrichten, schwimmenden Inseln, Altarmen und Seen, aber auch Auwäldern sowie extremen Trockenbiotopen auf Dünen. Kurz vor Tulcea teilt sich der Strom in zwei Arme nach Chilia und Tulcea, kurz hinter Tulcea teilt er sich erneut in zwei Arme nach Sulina und Sfântu Gheorghe Das 5000 km² große, weltweit einmalige Ökosystem ist Europas größtes Feuchtgebiet, es gilt als größtes zusammenhängendes Schilfrohrgebiet der Erde und ist der Lebensraum von über 4000 Tier- und über 1000 Pflanzenarten. Urtümliche Galeriewälder aus Eichen, Weiden und Pappeln säumen die Ufer des Donaudeltas.
1991 erklärte die UNESCO das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Am 5. Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen Rumäniens, Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine zum Schutz und zu der Renaturierung der Feuchtgebiete entlang der etwa 1000 Kilometer langen unteren Donau. Dieser Grüne Korridor wurde damit zum größten grenzüberschreitenden Schutzgebiet Europas.
Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich das Gebiet zunehmend zum Touristenziel. Allein zwischen Mai und Juli 2004 kamen fast 54.000 Gäste, was eine Steigerung von fast 50 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Von den Naturfreunden International wurde das Donaudelta zur Landschaft des Jahres 2007/2008 gewählt.
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