28 Juni 2008

Tobel

Geschrieben von reinxen under: Grundlegende Talformen .

Ein Tobel ist ein tiefer Einschnitt in einem Steilhang im Oberlauf eines Wildbaches.

Vielerorts wird anstatt “Tobel” auch Dobel geschrieben. Der Ausdruck Tobel/Dobel wird häufig im westlichen Alpenvorland verwendet, insbesondere in der Ostschweiz, in Oberschwaben, im Allgäu und westlichen Tirol. Sehr zahlreich ist der Name im Schwarzwald vertreten, wo auch mehrere Siedlungen den Namen tragen; dagegen ist er auf der Schwäbischen Alb nur vereinzelt anzutreffen.

Der Artikel von Tobel/Dobel ist in Süddeutschland maskulin („Der Tobel“), in der Schweiz, in den südlichen Walsertälern des Piemont, in Vorarlberg sowie teilweise in anderen Gebieten Österreichs neutrum („Das Tobel“).

Der schweizerische Flurnamensforscher Paul Zinsli leitet in seinem Buch Ortsnamen die Herkunft des Namens von tubale aus lateinisch tubus „Röhre“ ab. Die alemannischen Einwanderer sollen diesen vulgär-lateinischen Namen von der ansässigen romanischen Bevölkerung als Lehnwort übernommen haben.

Auf Rätoromanisch wird der Tobel auch als Tavon bezeichnet, woher sich der Name Montafon für eine große Talschaft in Vorarlberg ableitet.

Tobel

Ein Tobel ist durch groben Gesteinsschutt oder Steinblöcke geprägt und entstand oft durch kurzzeitige, aber heftige Erosion entlang einer wasserführenden Runs oder durch einen Wildbach. Manche Tobel gehen auch auf plötzliche Schmelzwasserbäche aus eiszeitlichen Gletschern zurück, bzw. finden sich im Oberlauf von Bächen der Molassezone zwischen Hochrhein und Donau.

Ein Tobel entsteht typischerweise in Lockergestein und ist V-förmig ausgebildet, wobei die gegenüberliegenden Flanken je nach Gesteinshärte unterschiedliche Neigungen haben können.

Mit dem Tobel verwandt sind die Schluch und die Klamm, doch sind diese meist Einschnitte in ein Hartgestein. Dadurch sind sie sehr schmal und haben von oben bis unten keine große Breitenänderung.

Im Hochgebirge stellen Tobel häufig die Leitbahnen für Abgänge von Muren bzw. Lawinen dar, oder sie bilden sich als Graben unter einem Wasserfall aus. Wenn sie in ein größeres Tal einmünden, lagert sich das Geröll bzw. das Material von Erdrutschen meist als Schwemmkegel ab. Zusätzlich haben manche Tobel/Dobel die Tendenz, sich durch rezente Erosion immer mehr einzutiefen, was sogar durch moderne Wildbachverbauung nur schwer zu verhindern ist.

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