26 Juni 2008

Täler sind eine Folge der Erosion durch Wasser oder Eis

Geschrieben von reinxen under: Übersicht .

Täler entstehen als Folge der Erosion durch Wasser oder Eis – wenn sie von Flüssen oder Gletschern auf ihrem Weg zu Tal eingegraben werden – oder durch Spaltenbildung entlang von Verwerfungslinien. Von Gletschern gebildete Täler sind gekennzeichnet durch ein breites U-förmiges Profil mit steilen Hängen und flachen Böden. In vielen heute eisfreien Gebieten gibt es von Gletschern hinterlassene Täler, die während der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren ausgehöhlt wurden. In Europa dominieren solche Täler in den Alpen, in den Pyrenäen sowie in den Hochländern von Schottland und Norwegen; viele dieser Täler enthalten lang gestreckte Seen, die von Gletscherschutt aufgestaut werden.

Täler, die von Flüssen in Gebirgsregionen gegraben wurden, sind vergleichsweise schmal und weisen ein V-förmiges Profil auf. Das stetig fließende Wasser wäscht den Boden und das Grundgestein des Tales aus, und loses Material wird flussabwärts transportiert; damit fördert es sogar selbst die Erosion des Flussbettes und der Uferregion.

Canyons (Schluchten) sind sehr lange, tiefe Täler mit steilen Wänden, die vor allem in ariden Gebieten entstanden sind, in denen es kaum Niederschläge gibt, welche die Hänge auswaschen könnten, oder in denen das Gestein besonders weich ist wie zum Beispiel Kalkstein. Der Grand Canyon im Südwesten der USA bildete sich, als der mäandrierende Colorado River emporgehoben wurde und sich dadurch seine erosive Kraft erhöhte.

Ein Grabenbruch entsteht, wenn Landmassen zwischen zwei parallel verlaufenden Verwerfungen aufgrund tektonischer Bewegungen absinken. Der mittlere Abschnitt des Rheins fließt durch einen Grabenbruch, und der Große Grabenbruch in Ostafrika markiert die Stelle, an der die somalische Platte allmählich von der großen afrikanischen Platte wegdriftet. Die breiten Täler in den westlichen Staaten der USA sind durch eine Reihe von Halbbrüchen entstanden, weil sich die Erdkruste dort in Ost-West-Richtung ausdehnte.

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29 Juni 2008 at 08:01.

Wie entsteht ein Tal

Vor allem im Oberlauf der Flüsse schneidet sich das aufgrund des großen Gefälles schnell fließende Wasser erosiv stark in das Gestein ein und führt zur Ausbildung eines Tobels oder einer Klamm. Je nach Beschaffenheit des Gesteins folgt darauf flussabwärts ein Kerbtal oder eine Schlucht. Diese sind vor allem in den Hochgebirgen zu finden. Die Tiefenerosion ist dabei so stark, dass die Verwitterung der Hänge und deren Abtragung nicht folgen können. Die Felswände der Klammen werden dadurch nahezu senkrecht und nur so breit wie ihr Flussbett. Die maximale Tiefe einer Klamm ist durch die kritische Höhe der Felswände bestimmt. Wird diese überschritten, kommt es aufgrund der Instabilität zu Felsstürzen und Rutschungen. Die Hänge werden zurückverlagert und die senkrechten Talhänge verflachen. Dies hat eine intensive seitliche Erosion der Hänge zur Folge.

Hat das Tal überwiegend eine V-Form, spricht man von einem Kerbtal. Die Rückverlagerung wird durch einen starken Materialabtrag auf den Hängen charakterisiert, der mit der Tiefenerosion des Flusses standhält. Je flacher die Talhänge werden, desto diskontinuierlicher stellt sich die Denudation dar. Kommt es anfangs in einer tiefen Klamm noch regelmäßig zu Felsstürzen, tritt die Seitenerosion später nur noch bei entsprechenden meteorologischen Ereignissen ein. Diese Denudationen sind dann durch Rutschen oder Gleiten sowie in Form von Muren und anderen Fließungen zu beobachten.

Kerbsohlentäler zeichnen sich durch eine geringere Tiefenerosion und eine geringe, aber vorhandene Seitenerosion aus. Der Übergang vom Kerbtal zum Sohlental ist fließend. Durch die Erosion an den Hängen ist das Gewässer gezwungen, das abgetragene Material zu bewegen. Ist das Gefälle im Tal geringer, fängt das Gewässer an zu mäandrieren. Am Prallhang trifft es dann häufig auf den Hang des Tals und greift diesen intensiv an. Ablagerungen von Material finden gleichzeitig am Gleithang statt, wodurch sich die Sohle des Tals verbreitert.

Das eingekerbte Gebirge wird mit der Zeit vollständig erodiert und dabei eingeebnet; der Höhenunterschied zwischen Talsohle und Berggipfeln nimmt wieder ab. In dem immer flacher werdenden Gelände wird das Kerbsohlental zu einem breiteren Sohlental. Der Grund für die Reduzierung des Höhenunterschieds zwischen Talsohle und Bergen muss dabei nicht durch Erosion bedingt sein. Sie kann auch durch Tektonik begründet sein.

8 Juli 2008 at 19:08.

Die Tiefenerosion

Wie tief sich das fließende Wasser in ein Tal einschneidet ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So kann das Wasser reißend sein oder ruhig strömen – und so ganz unterschiedliche Kräfte entfalten. Dies wirkt sich besonders auf die Menge und Art des transportierten Materials aus. Geomorphologen sprechen in diesem Zusammenhang von regelrechten Erosionswaffen.

Erosionswaffen sind Sand, Steine und Geröll – wirkungsvolles Schleifmaterial, mit dem ein schnell fließendes Gewässer sein Bett beständig vertiefen kann. Solche tief eingeschnittenen Sturzbäche findet man vor allem in bergigen Regionen.

Erreicht das Gewässer flachere Gebiete, nimmt die Fließgeschwindigkeit deutlich ab. Damit schwindet die Kraft des Wassers, seine Fracht weiter mit sich zu tragen. Diese wird nach und nach, beginnend mit großem und schweren Geröll bis hin zum feineren Sand, am Grund des Flussbettes abgelagert. Die Folge: Das Tal füllt sich auf.

8 Juli 2008 at 19:08.

Die Breitenerosion

Die einschneidende Kraft des Wassers wirkt aber nicht nur nach unten, sondern auch an den Rändern des Flussbettes. Entsprechend verbreitert sich dieses und damit auch das Tal. Auch hier gibt es unterschiedliche Faktoren, die bei diesen Prozessen eine Rolle spielen.

So gilt etwa, je erosionsbeständiger das Gestein durch das ein Fluss fließt, desto steiler werden seine Talwände. So entstehen etwa die tiefen Täler einer Schlucht mit ihren steilen Wänden. Ist das Gestein eher weich, wird auch seitlich mehr abtransportiert und das Tal verbreitert sich.

Eine weitere Größe ist das Klima: In trockenen Gebieten mit wenig Niederschlag bleiben die Flusshänge länger erhalten. In Regionen mit reichlich Niederschlag wird das Material an den Hängen stärker erodiert. Zum Niederschlag kommt auch die Temperatur: Bei Kälte gefriert Wasser – es kommt zu Frostsprengungen und damit erhöhter Erosion an den Talhängen.

Letztendlich wird durch das Zusammenspiel von Tiefen- und Seitenerosion sowie den Zeitraum, in dem die verschiedenen Kräfte wirken, die Form des jeweiligen Tales bestimmt.

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