9 Mai 2011
Puschlavtal – Valposchiavo
Geschrieben von reinxen under: Alpentäler .
Ein grandioses Schauspiel erwartet den Fremden, der ins Puschlav reist – egal zu welcher Jahreszeit und mit welchen Verkehrsmitteln. Ob im Bernina Express der Rhätischen Bahn oder per Auto über den Bernina Pass: Vor seinen Augen breitet sich eine der abwechslungsreichsten Landschaften der Schweiz aus. Die Fahrt führt in kurzer Zeit vom Ewigen Eis des Bernina Massivs hinab zur Talsohle mit Gärten und Hainen bis zu den Rebbergen des nahen Veltlins. Unvergesslich bleiben die Eindrücke, die sich im Wechselspiel so verschiedener Panoramen einstellen.
Ein Juwel der Natur
Seltenheiten der Flora und Fauna und aussergewöhnliche Gesteinsformationen entdeckt der Wanderer, der nach unberührter Natur sucht. Das Puschlav schenkt jedem zu jeder Jahreszeit Augenblicke der Verzückung, der Entspannung, der Stärkung und der Tiefe: Es bedeutet den Duft der Moose und Blumen zu erhaschen, sich in kühlen kristallklaren Wassern zu erfrischen, vom Triumph herbstlicher Farben überwältigt zu sein oder den leisen Laut fallenden Schnees zu hören. Erfahrungen, die in all ihren Schattierungen gelebt und gekostet sein wollen.
Ein einzigartiges Mosaik entsteht aus der Schönheit der Natur und dem kulturellen Erbe, das Lebensqualität an erste Stelle setzt. In der Vergangenheit war das Puschlav Schauplatz abenteuerlicher Reisen, Drehscheibe innovativer Strömungen zwischen Nord und Süd, war Land der Auswanderer, Ort der Begegnung und des Aufeinandertreffens gegensätzlicher Tendenzen. Heute bedeuten die linguistischen, kulturellen, sozialen, architektonischen und geographischen Besonderheiten einen enormen Reichtum, der sich auch in der grosszügigen Gastfreundschaft, in der Reinheit biologischer Produkte, in der Raffinesse kunsthandwerklicher Erzeugnisse, in der Authentizität eines alternativen Tourismusangebotes äussert.
Naturbelassene Köstlichkeiten zubereitet mit Sorgfalt und unter Verwendung frischer Zutaten, die mit fachlichem Können im Valposchiavo produziert werden. Typische Pizzoccheri, dampfende Capunet, leckere Taiadin, zarte Manfriguli, Polenta Taragna oder in Flur, aber auch Anis gewürzte Brasciadeli und eine grosse Auswahl an Käse, Würsten, Luftgetrocknetem und Wild: Lassen Sie sich von unseren zahlreichen Spezialitäten verführen. Die Puschlaver Küche ist in der Lage, anspruchsvollste Erwartungen zu erfüllen. Und zum Prosten dürfen selbstverständlich die berühmten Veltliner Weine nicht fehlen.
Wer die Wahl hat hat die Qual mit unzähligen Freizeitangeboten – alle passend zum Bedürfnis, die Ferien in der Natur zu verbringen. Spaziergänge, Wanderungen, Mountainbiking, Exkursionen auf Schneeschuhen, Alpin Ski, Fischen, Free Climbing, Windsurfen – im Puschlav immer umgeben von einem Szenario aus schillernden Farben und Licht. Aber vergessen wir nicht, dass in einer Nische wie der unseren auch das Dolce far niente – das süsse Nichtstun – dem gewährt wird, der nach Entspannung und gemütlicheren Rhythmen sucht.
Das Valposchiavo ist von Dörfern, kleinen Weilern, Bauernhöfen und Maiensässen besiedelt, der Poschiavino durchfliesst das Tal und mündet in den Puschlaver See. Die Rhätische Bahn schlängelt sich den Talflanken entlang und gehört inklusive Landschaft zum UNESCO Weltkulturerbe.
9 comments on “Puschlavtal – Valposchiavo”
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MUSEEN
Poschiavo: Puschlaver Talmuseum: Palazzo De Bassus-Mengotti
und Casa Tomé – ausserordentliche Zeugnisse der lokalen
Architektur und Tradition im perfekten Gegensatz (geöffnet von
Juni bis Ende Oktober, Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr,
T 081 834 10 20) • Kunstmuseum Casa Console – Sammlung
bedeutender Gemälde des 19. Jh. (Spitzweg, von Lenbach,
Hodler u.a.), (geöffnet Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr,
T 081 844 00 40)
San Carlo: Vorindustrieller Handwerksbetrieb Aino: Anlage in
der eine Mühle, eine Sägerei und eine Schmiede vereint sind
und mit dem Wasser des gleichen Kanals angetrieben werden
(geöffnet von Juni bis Oktober jeden Mittwoch von 15 bis 17
Uhr, T 079 246 96 38)
Brusio: Casa Besta – Schmuggel- und Wein-Museum, Sammlung
antiker Musikinstrumente (von Juni bis September jeden
Donnerstag von 14 bis 16 Uhr, T 081 846 55 18).
Kunst und Kultur:
KIRCHEN
Poschiavo: Stiftskirche San Vittore Mauro (1497) • Oratorium
Sant‘Anna (1732) mit dem Beinhaus (1903). • Kirche Santa
Maria Assunta (1692) • Kapelle San Pietro (8. Jh.) • Evangelische
Kirche (1649)
ARCHITEKTUR
Poschiavo: Dorfkern mit wunderschöner Piazza und Palazzi
(klassizistische und neogotische Patrizierhäuser) • Casa Torre •
Palazzo Albrici mit Sybillensaal • Altes Kloster
Brusio: Kreisviadukt der Rhätischen Bahn (1908) • Palazzi Trippi
und Misani.
BIBLIOTHEKEN UND GALERIEN
Poschiavo: Biblio.ludo.teca “La Sorgente”, Via dal Cunvent
(Mo u. Mi 16-18, Do 19.30-20.30, Sa 17-18; Sommer: Mi 17-
18, Do 19.30-20.30, T 081 844 19 80) • Galleria PGi, Piazza Comunale
(T 081 839 03 41) • Galleria Periferia, Via di Puntunai (T
081 844 00 79, 041 410 88 79) • Atelier Stone Art, Strada Giovanni
225 (T 081 844 17 46) • Casa Console (T 081 844 00 40)
Brusio: Biblioteca comunale, Casa Besta (Mittwoch 20-21,
Donnerstag 15.30-17.30 und Samstag 17-18).
UNESCO Weltkulturerbe
Zusammen mit der Albulabahn wurde die Berninabahn im
Juli 2008 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Die beiden einzigartigen Bahnlinien fügen sich mit spektakulären
Kunstbauten wie Viadukten und Kehrtunnels harmonisch
in die bezaubernde Landschaft ein.
Auf 122 wunderschönen Kilometern von Thusis über St.
Moritz und durchs Valposchiavo nach Tirano führt die Strecke
über 196 Brücken, durch 55 Tunnels und an 20 Gemeinden
vorbei. An der steilsten Stelle wird – ohne Hilfe
eines Zahnrades – eine Steigung von 70 ‰ gemeistert.
Die rund 100 Jahre alte Bahninfrastruktur befindet sich in
sehr gutem und authentischem Zustand. Die hochalpine
Station Ospizio Bernina (2307 m ü M) liegt nur 90 Minuten
von Tirano’s Italianità (430 m ü M) entfernt.
Die «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» ist
die wohl schönste Verbindung von Nord und Süd – eine
einzigartige Erfahrung der Alpen.
Hauptort der unverfälschten kleinen Ferienwelt des Puschlavs ist das Städtchen Poschiavo, dessen stattliche Patrizierhäuser eine italienisch anmutende Piazza umrahmen. Eine von vielen architektonischen Besonderheiten ist das von Emigranten erbaute “Spaniolenviertel” mit farbenfrohen Häusern. Im landwirtschaftlich geprägten Tal kommt eine Vielzahl regionaler Spezialitäten auf die Tische der Puschlaver Gaststätten.
Winter
Im Winter locken die nahen Engadiner Skigebiete der Diavolezza oder der Lagalb. Im Val di Campo besteht ein Schnee-Vergnügungspark.
Sommer
Die intakte Natur des Puschlav und seiner Nebentäler wie das Naturschutzgebiet Val di Campo mit seinen Bergseen – etwa dem kobaltblauen Lago di Saoseo – lässt sich am besten zu Fuss entdecken. In Cavaglia sind imposante Gletschermühlen – genannt die “Töpfe der Riesen” – als interessante Zeugen der letzten Eiszeit zu bewundern. Der Lago di Poschiavo oder Puschlaversee lädt im Sommer zum Wassersport ein.
Die Bahnfahrt über den Berninapass (im Winter ist die Passstrasse zeitweise geschlossen) von St. Moritz ins Puschlav und bis zum italienischen Grenzort Tirano ist ein eindrückliches Erlebnis. Immer wieder öffnen sich Blicke in die Gebirgswelt des Morteratsch-Gletschers, der Diavolezza oder der Lagalb. Von der Alp Grüm geniesst man den Ausblick auf den mächtigen Palü-Gletscher und zugleich öffnet sich der Blick auf den Lago di Poschiavo tief unten im Talgrund. Die Bahnstrecke ins Puschlav ist die höchste Bahn-Alpentransversale und gilt mit 70 Promille als eine der steilsten Schmalspur-Bahnstrecken ohne Zahnstange weltweit – eine bahntechnische Meisterleistung.
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