27Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Alpentäler.
Die tiefgelegenen Alpentäler gehören wie die niedrigen Hügelländer Mitteleuropas zur “collinen” Höhenstufe (von lat. collis – Hügel). Am nördlichen Alpenrand von Tirol fehlt diese Stufe aber zur Gänze, da es in diesen feuchten Lagen oberhalb von 500 m über dem Meeresspiegel bereits zu kühl ist.
Dagegen prägt sie das geschützte Inntal und klettert an warmen Hängen – z.B. im Oberen Gericht, das ist der oberste Abschnitt des Tiroler Inntals zwischen Landeck und dem Reschenpass bzw. dem Engadin – bis auf über 900 m hinauf. Der typische Bewuchs im Inntal von Kufstein bis Imst waren Stieleichen-Winterlinden-Mischwälder. Bis auf wenige Reste sind diese aber vom Siedlungs- und Kulturland verdrängt worden. Der bedeutendste Eichenwaldrest ist jener von Stams. Im obersten Abschnitt des Inntales ist es für Eichen zu trocken; dort wächst der inneralpine Föhrenwald, dessen Besonderheit die steppenartigen Trockenhänge sind. Davon befinden sich die schönsten als Steppenrasen in Fließ.
Dort, wo sie nicht bebaut wurden, ist ein großer Teil der Täler und unteren Berghänge mit Wiesen und Weiden bedeckt – ein Produkt der Bewirtschaftung durch den Menschen. Sie entstehen auf gerodeten, einst bewaldeten Flächen, indem durch die Beweidung trittunempfindliche und den Tieren schlecht schmeckende Pflanzenarten zunehmen. In den dichtbesiedelten Gebirgstälern Tirols schrumpfen die Wiesen jedoch zusehends, da der Erlös bei einem Verkauf als Bauland erheblich höher liegt als bei landwirtschaftlicher Nutzung.
26Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Übersicht.
Täler entstehen als Folge der Erosion durch Wasser oder Eis – wenn sie von Flüssen oder Gletschern auf ihrem Weg zu Tal eingegraben werden – oder durch Spaltenbildung entlang von Verwerfungslinien. Von Gletschern gebildete Täler sind gekennzeichnet durch ein breites U-förmiges Profil mit steilen Hängen und flachen Böden. In vielen heute eisfreien Gebieten gibt es von Gletschern hinterlassene Täler, die während der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren ausgehöhlt wurden. In Europa dominieren solche Täler in den Alpen, in den Pyrenäen sowie in den Hochländern von Schottland und Norwegen; viele dieser Täler enthalten lang gestreckte Seen, die von Gletscherschutt aufgestaut werden.
Täler, die von Flüssen in Gebirgsregionen gegraben wurden, sind vergleichsweise schmal und weisen ein V-förmiges Profil auf. Das stetig fließende Wasser wäscht den Boden und das Grundgestein des Tales aus, und loses Material wird flussabwärts transportiert; damit fördert es sogar selbst die Erosion des Flussbettes und der Uferregion.
Canyons (Schluchten) sind sehr lange, tiefe Täler mit steilen Wänden, die vor allem in ariden Gebieten entstanden sind, in denen es kaum Niederschläge gibt, welche die Hänge auswaschen könnten, oder in denen das Gestein besonders weich ist wie zum Beispiel Kalkstein. Der Grand Canyon im Südwesten der USA bildete sich, als der mäandrierende Colorado River emporgehoben wurde und sich dadurch seine erosive Kraft erhöhte.
Ein Grabenbruch entsteht, wenn Landmassen zwischen zwei parallel verlaufenden Verwerfungen aufgrund tektonischer Bewegungen absinken. Der mittlere Abschnitt des Rheins fließt durch einen Grabenbruch, und der Große Grabenbruch in Ostafrika markiert die Stelle, an der die somalische Platte allmählich von der großen afrikanischen Platte wegdriftet. Die breiten Täler in den westlichen Staaten der USA sind durch eine Reihe von Halbbrüchen entstanden, weil sich die Erdkruste dort in Ost-West-Richtung ausdehnte.