30Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Spezielle Talformen.
Das Wadi ist ein nur episodisch wasserführendes Flussbett in Wüstengebieten. Normalerweise bezeichnet man das Trockental als Wadi aber oft wird so auch der Fluss bezeichnet. Ein Wadi führt nur nach starken Regenfällen Wasser, dann aber in recht großen Mengen. Wadis werden oft aus dem Regenwasser manchmal weit entfernter Gebirge gespeist. Diese Tatsache ist schon einigen Rucksacktouristen zum Verhängnis geworden.
Der aus dem Arabischen stammende Ausdruck Wadi (arabisch وادي‎ ) bezeichnet ein Trockental in den Wüstengebieten Nordafrikas, Vorderasiens und teilweise Spaniens. Im Südwesten Afrikas werden solche Trockenflüsse Riviere genannt, in Australien Creeks und auf Spanisch Barranco.
Wadis führen nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser. Wegen des meist schlagartigen Wasseranstiegs ist es lebensgefährlich, sich dort aufzuhalten.
Schlägt man nämlich sein Zelt in einem Wadi auf, ist es durchaus möglich, dass es im weit entfernten Ursprungsgebiet dieses Wadis geregnet hat und man dann im Schlaf von den einströmenden Wassermassen überrascht wird und ertrinkt. Solche episodisch auftretenden Fluten haben auch schon oft Wohnhäuser, Hotels, Supermärkte und andere Gebäude von der Landkarte gefegt, die achtlos in das Mündungsgebiet oder in das trockene Flussbett gebaut wurden. Auffällig ist, dass ein Saumriff, wie es rund um den Sinai existiert, nur an den Mündungsgebieten der Wadis Lücken aufweist.
Schuld daran sind große Mengen an Sand und Geröll, die die Wassermassen mit sich führen und die Korallen unter sich begraben. Oft werden auch illegal angelegte Müllkippen oder achtlos deponierter Bauschutt mit ins Meer gespült und tragen so zur Verschmutzung der Meere und Vergiftung der Korallenbänke bei. Das Bett eines Wadis ist häufig tief in den Untergrund eingeschnitten. Das Tal ist in der Regel kastenförmig, manchmal auch mit Terrassen angelegt. Wadis werden von vielen als Zeugen feuchterer Zeiten in Wüstengebieten betrachtet. Andere wiederum gehen davon aus, dass es sich bei Wadis um die typische Talform des ariden Klimas ohne Mitwirkung von früheren Feuchtzeiten handelt.
30Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Spezielle Talformen.
Ein Durchbruchstal ist ein senkrecht ins Gestein geschnittenes Tal, das die Gesteinsbarriere durchbrochen hat.
Durchbruchstäler fließen quer durch ein Gebirge von einem Tiefland auf der einen Seite in ein Tiefland auf der anderen Seite.
Meist steht das Gebirge schräg oder quer zur generellen Fließrichtung, und das Gewässer erodierte es im Laufe von Jahrmillionen entlang tektonischer Schwäche- oder Störungslinien. Dem Geologen bietet ein Durchbruchstal interessante Sichten auf die Gesteine und die Verbiegungen ihrer Schichten seit der Gebirgsbildung.
Da sich Bergregionen oft bis heute um 1-3 mm pro Jahr heben, tiefen sich manche Flüsse im selben Maß ein. Das Geröll und der Kies wird bei Hochwasser in die Becken des Oberlaufs bzw. unterhalb der Durchbrüche abgelagert, während Feinkies und Sand mehrheitlich in den Hauptfluss gelangen.
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30Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Spezielle Talformen.
Cañons entstehen durch Einschneiden eines Flusses in einer Ebene, der sich in einem langen Erosionsprozess in das Plateau hineingräbt. Es entstehen dabei herausragende Klippen, weil Schichten härteren Gesteins gegenüber der Erosion resistenter sind und diese freigelegt werden, wohingegen darunterliegende morphologisch weichere Schichten stärker ausgeräumt werden. Durch die unterschiedliche Härte entstehen letztlich getreppte Hänge.
Cañons kommen in trockenen Gegenden häufiger vor, da die Verwitterung dort einen geringeren Effekt als in feuchteren Gebieten hat, so daß die umliegenden Hochflächen erhalten bleiben und die Wände des Cañons nicht abgeflacht werden. Cañons formen sich häufig aus widerstandskräftigem Sandstein oder Granit. Es gibt auch unterseeische Cañons, typischerweise bei Flussmündungen als unterseeische Verlängerung des Flusslaufs. Besonders enge Canyons werden als Slot Canyon bezeichnet, ein Beispiel ist der Antelope Canyon im Norden Arizonas.
Dass die großen Cañonsysteme des Himalaya weitgehend unzugänglich sind, führte dazu, dass sie üblicherweise nicht weiter in Betracht gezogen wurden bzw. noch unbekannt waren, wenn früher nach den weltgrößten Cañons gefragt wurde. Tatsächlich ist aber der Yarlung Zangbo Canyon in Tibet (VR China) am Laufe des Brahmaputra der tiefste Cañon der Welt und auch etwas länger als etwa der Grand Canyon in Arizona (USA), der lange als weltgrößter Cañon galt. Auch auf den Plätzen zwei und drei folgen Cañons im Himalaya, nämlich der Kali Gandaki Canyon in Nepal und der unzugängliche Polung Zangbo Canyon in Tibet.
Außerhalb des Himalaya sind der schon erwähnte Grand Canyon in Arizona (USA), der Fish River Canyon in Namibia und der Blyde River Canyon in Südafrika als besonders große Cañons zu nennen. Besonders tief ist der Colca Cañon in Arequipa (Peru). Erwähnenswert ist auch das Cañonsystem des Barranca del Cobre im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, das mit seinen zahlreichen Cañons eine besonders große Fläche überzieht.
Cañonähnliche Täler gibt es in Europa beispielsweise auf Kreta mit der Samaria-Schlucht, in Kroatien im Nationalpark Paklenica und auf Mallorca mit dem Torrent de Pareis. Der tiefste Cañon auf dem europäischen Kontinent ist mit bis zu 1300 Metern die Schlucht der Tara in Montenegro. Das größte Grabensystem des Sonnensystems stellen die Valles Marineris auf dem Planeten Mars dar.
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Spezielle Talformen.
Eine Schlucht ist ein enger, steiler Taleinschnitt, meist in einem Gebirge. Die Talbegrenzung besteht aus Wänden oder steilen Hängen.
Schluchten entstehen durch Einschneiden selbst kleinerer Wasserläufe in standfestes, massiges Gestein.
Bevorzugt bildet sie sich in Tiefengesteinen wie Granit. Die Tiefenerosion überwiegt die Denudation stark.
Schlucht ist die allgemeine geomorphologische Bezeichnung für einen engen, steilwandigen Einschnitt in einem Gebirge und damit für eine Talform.
Schluchten entstehen durch Einschneiden selbst kleinerer Wasserläufe in den Untergrund. Hierbei überwiegt die Tiefenerosion stark gegenüber der Verbreiterung, so dass sich keine breite Talsohle ausbilden kann. Voraussetzung für das Entstehen einer Schlucht mit steilen Wänden ist entsprechend standfestes Gestein. So findet man am unteren Neckar neckarabwärts erst ab Binau Schluchten, wo der Buntsandstein die Oberfläche erreicht und den Muschelkalk als Oberflächengestein ablöst. Werden die Seitenwände der Schlucht zu hoch, kommt es zu Rutschungen oder Felsstürzen. Aus Schluchten können sich Kerbtäler entwickeln.
Schluchten können ideal für den Bau eines Staudammes sein. In vielen touristisch erschlossenen Gegenden, wie z.B. Kreta oder Österreich, werden Rafting oder Trekking-Ausflüge angeboten, die aufgrund der latenten Bedrohung bei Gewittern und den daraus resultierenden Wassermassen nur in Begleitung von anerkannten Führern gemacht werden sollten.
Schluchten können sehr groß und auch wasserfrei sein; besonders enge und steile, zumeist wasserdurchströmte Schluchten werden im Oberdeutschen als Klamm bezeichnet. Im Alpenraum, insbesondere in der Ostschweiz, werden unzugängliche Schluchten als Tobel bezeichnet, welche meist einen V-förmigen Einschnitt haben. Im süddeutschen Raum, und zwar speziell im Keuperbergland und am unteren Neckar, werden Schluchten daher auch Klingen genannt.
Von Schluchten zu unterscheiden sind Canyons (auch Cañons), deren Hänge in horizontal lagernden Gesteinsschichten treppenförmig ausgebildet sind.
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Spezielle Talformen.
Ein Engtal ist der Überbegriff für ein Tal mit einem sehr schmalen Talboden (Anhaltswert: höchstens doppelte Gewässerbreite).
Die Talflanken enden in der Regel unmittelbar am Gewässer. Der Querschnitt ist V-förmig oder steil U-förmig. Das Gewässer hat von Natur aus praktisch keine Bewegungsfreiheit im Talgrund. Schlucht, Canyon, Tobel, Klamm, Kerbtal und Wadi sind demnach Engtäler.
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Tiroler Täler.
Das breite Stubaital zählt zu den schönsten Hochgebirgstälern Tirols. Am Eingang des Tales erheben sich wuchtige Kalkmassive. Im hinteren Tal steigen die Gneis- und Granitgipfel mit 109 Dreitausendern bis zum ewigen Eis empor. Viele Gletscher bilden auf 15 Quadratkilometern ein großes Gletscherskigebiet. Gemeinsam mit den Anlagen in den übrigen drei Revieren laufen talweit 42 Bahnen und Lifte.
Das Stubaital ist ein Alpental im österreichischen Bundesland Tirol. Es ist das zentrale Tal der Stubaier Alpen, durch welches die Ruetz fließt.
Das etwa 30 km lange Tal verläuft von Schönberg im Stubaital südwestlich. Bis Fulpmes liegen die Siedlungen beiderseits auf Terrassen oberhalb der Schlucht der Ruetz, bei Fulpmes vereinen sich die Terrassen zum Talboden. Südlich von Neustift, dem Hauptort des Tales, verzweigt sich das Tal in das Pinnis-, Unterberg- und Oberbergtal. Am Talschluss des Unterbergtals liegt das Skigebiet Stubaier Gletscher.
Der höchste Berg der Stubaier Alpen ist das Zuckerhütl mit 3.505m.
Die Gemeinden Schönberg, Mieders, Telfes, Fulpmes und Neustift liegen im Stubaital.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Stubaital von Innsbruck aus entweder mit der Autobuslinie Stubai (Linie St der IVB) oder der Stubaitalbahn erreichbar. Von München aus ist das Tal in etwa 90 Min mit dem Auto erreichbar.
3,5 km südlich der Ortschaft Ranalt ist der Grawa-Wasserfall zu besichtigen.
Rund um das Stubaital verläuft der Stubaier Höhenweg
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Tiroler Täler.
Im Herzen Tirols lebt die Region Imst-Gurgltal die ganze Vielfalt alpiner Leichtigkeit aus
Das Gurgltal ist ein breites Seitental des Oberinntals in Tirol, das bei Imst nach Norden abzweigt. Es wird vom Gurglbach durchflossen, der bei Imst in den Inn mündet. Im Tal liegen die Orte Tarrenz und Nassereith, letzterer am Ende des Tals. Weiter nach Norden schließt sich der Fernpass an.
Das Tal wurde in der Eiszeit von einem Seitenarm des Inntalgletschers ausgeschürft, dessen Zunge bis nach Garmisch-Partenkirchen reichte. Während der Eiszeiten wurden 150 m mächtige Bändertone abgelagert, die den Talboden wasserdicht abschließen.
Der Talboden wird hauptsächlich als Wiese genutzt. Charakteristisch sind die vielen, verstreuten Heustadel am Talboden. Sie kamen dadurch zustande, dass der Grund bei jedem neuen Erbfall unter den Erben aufgeteilt wurde. Das verhinderte auch eine intensive Bewirtschaftung mit Maschinen und so ist die Landwirtschaft noch weitgehend naturnah geblieben.
Der Talboden war einst wegen des Abschlusses durch die ein weitläufiges Sumpfgebiet, und heute noch gibt es einige Niedermoore und Feuchtwiesen. Diese Kulturlandschaft bietet zahlreichen Pflanzenarten und Vögeln einen Lebensraum und konnte bisher vor größeren Eingriffen bewahrt werden. Zu den seltenen Tieren, die hier einen Lebensraum gefunden haben, gehören Birkenspinner, der Nagelfleck (Aglia tau), der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), der Aurorafalter (Anthocharis cardamines), viele Libellenarten und der Deutsche Skorpion (Euscorpius germanus), der hier sein nördlichstes Verbreitungsgebiet hat.
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Tiroler Täler.
Vom Inn durchflossen, ist das Inntal ein von Südwesten nach Nordosten die Ostalpen durchquerendes Tal.
Es wird eingeteilt in das Ober- und Unterengadin im schweizerischen Kanton Graubünden, das Tiroler Oberinntal und Unterinntal und das bayerische Inntal, bevor es bei Rosenheim in das Alpenvorland übergeht. Gelegentlich wird das Inntal im Großraum Innsbruck auch als Mittelinntal bezeichnet, mehr in kultureller denn in geografischer Hinsicht.
Das Inntal ist ein typisches Gletscher-Trogtal mit steilen Flanken und entsprechend dem einst mächtigen eiszeitlichen Inn-Gletscher hoch liegenden Schultern. Auch nach dem Austritt aus den Alpen bei Fischbach ist das Inntal bis über Wasserburg am Inn hinaus geprägt durch den Inn-Gletscher, der hier das Rosenheimer Becken ausgehoben hat und an dessen Rand hohe Endmoränen hinterlassen hat.
Das Inntal bietet im Oberlauf vielfältige Möglichkeiten für den Wassersport, vor allem für Wildwasserpaddeln und Rafting, auf den Oberengadiner Seen (Silsersee, Silvaplanersee und St. Moritzersee) auch für Windsurfen.
Den Inndamm begleitet auf weiten Strecken ein Radweg, der auch für ausgedehnte Radtouren geeignet ist. Entlang des Inn liegen viele Baggerseen, die durch Kiesgewinnung entstanden sind. Zwischen Kufstein und Oberaudorf/Niederndorf verkehren linienmäßig Personenschifffe. Um die Geschichte des Inn und der Innschifffahrt zu dokumentieren, wurde in Rosenheim das Inn-Museum eingerichtet.
Da es im Inntal über den Inn früher nur wenige Brücken gab und diese auch gebaut werden und repariert werden mussten, verlangte man Brückenzoll. So wurde zum Beispiel in Zams schon im Mittelalter den Fuhrwerken der Brückenzoll abverlangt.
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Talformen.
Linienhaft abfließende Wässer (Flüsse), die Material abtragen können (Erosion), führen zur Tieferlegung des Flussbettes. Es ist dabei unerheblich, ob die Tiefen- oder die Seitenerosion überwiegt. Mit der Tieferlegung des Flussbettes greift an den Talhängen (oder -wänden) die Denudation an. Damit werden auch die Talbegrenzungen abgetragen und tiefer gelegt, allerdings niemals tiefer als der Fluss. Aufgrund der unterschiedlichen Erosions- und Denudationstypen sowie der unterschiedlichen Abtragungsgeschwindigkeiten entstehen verschiedene Talformen.
Modifiziert wird die Talbildung durch die geologischen Lagerungsverhältnisse der Gesteine und eventuell vorhandene tektonische Prozesse (zum Beispiel Gebirgsbildung). Auch die klimatischen Verhältnisse, die die Abflussmenge und Verwitterungsintensität maßgeblich beeinflussen, haben einen deutlichen Einfluss auf die Talbildung.
29Juni2008
Veröffentlicht von reinxen unter: Grundlegende Talformen.

Eine sehr weit verbreitete Talform ist das Muldental. Dem Fluss werden von der Flächenabtragung an den Hängen mehr Gesteinsbrocken zugeführt, als das Wasser wegspülen kann.
Die Folge: immer mehr Geröll bleibt in der Talsohle liegen und bildet einen weichen Übergang zwischen Talsohle und Talwänden. Der Fluss sucht sich seinen Weg und verläuft im tiefsten Punkt der Mulde.
Muldentäler bilden sich in Gebieten mit starker Denudation.
Sowohl die Tiefen- als auch die Seitenerosion treten dagegen zurück.
Die kräftige Hangabtragung führt zu flachen Talhängen.
Der Übergang zum eigentlichen Talgrund ist undeutlich.