19 Oktober 2009
Mendrisiotto
Geschrieben von reinxen under: Übersicht .
Das Mendrisiotto und Basso Ceresio ist eine kleine Region, ein dreieckiges Stück Erde, welches nach Süden bis an die italienisch-schweizerische Grenze reicht: nicht weit entfernt von Lugano, dem Langensee, Como und den touristischen sowie industriellen Zentren von Oberitalien.

Mendrisiotto - Blick ins Tal
Infolge seiner Lage «an den Toren der Schweiz» ist dieses kleine Gebiet, durch die Entwicklung der Verbindungswege, sowie des Verkehrs, eine wichtige kommerzielle und touristische Durchgangszone geworden.
Nachweis dieser Evolution, aufgrund der Entwicklung des Dienstleistungssektors, besonders in Chiasso, sind die zahlreichen industriellen Komplexe bei Balerna und Stabio, was leider nicht von Vorteil für diese typische Landschaft ist.
Sobald man die Autobahn verlässt und sich von den Zentren entfernt, entdeckt man wunderbare Orte, die zum Verweilen einladen und man lernt diesen sonnigen Fleck Erde kennen, wie z.B. das Muggiotal, fast noch wild und unberührt, dessen Dörfer schroffe Abhänge umklammern oder die Region des Monte San Giorgio, einladend und lieblich, oder auch die Ortschaften am See, die noch den Eindruck einfacher Fischerdörfer vermitteln.
Ambiente: Land und Leute
Meride
Der Aufenthalt in dieser kleinen, jedoch kontrastreichen Region, ist während jeder Jahreszeit erfreulich: im Frühling, wenn die Kraft der Natur in Gärten und Wäldern erwacht; im Sommer, wenn man sich unter schattigen Pergolen der «grotti» oder am Seeufer erfrischt; im Herbst, wenn sich die Landschaft mit bunten, prächtigen Farben schmückt – und nicht zuletzt im Winter, der meist mild und schneelos ist.
Mendrisiotto
Die Bevölkerung ist herzlich und aufgeschlossen, auch wenn sie sich, nicht selten, den Fremden gegenüber eher herb und zurückhaltend zeigt. Trotzdem ist der Sinn der Gastfreundschaft stark ausgeprägt und wer Liebe und Interesse für dieses Stück Land zeigt, dem kommt man bald offenherzig entgegen.
Die touristische Tradition dieser Region ist ziemlich verwurzelt. Der Monte Generoso wurde bereits 1867 touristisch lanciert, also in jenem Jahr, in dem Dr. Carlo Pasta auf der Bellavista das gIeichnamige Hotel errichten liess. Schon damals waren viele Besucher des Monte Generoso von seiner erhabenen Schönheit fasziniert, von der stillen Einfachheit der darunterliegenden Dörfer, friedlich, rund um ihren eigenen Glockenturm vereint und natürlich von der Natur, besonders vielseitig und üppig grosszügig zu herrlichen Ausflügen einladend.
Noch heute sind für viele die Wanderungen längs der Wege des Monte Generoso (ab Capolago mit der typischen Zahnradbahn), oder jene vom Monte San Giorgio (Seilbahn-Verbindung von Serpiano hinunter zum See) oder vom Bisbino, Ausgangspunkte für ein besseres Kennenlernen dieser Region.
Roncapiano
Dank ihrer zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten erreicht man Steilen, die noch unberührte Oasen des Friedens darstellen, fern von Hast und Lärm der modernen Zivilisation. Herrlich gelegene Aussichtspunkte entlang der Wege beherrschen die ganze Region, die sich wie ein vielfarbiger Fächer vor den Blicken ausbreitet.
Sportmöglichkeiten und Kulturangebote
Casima Valle di Muggio
Neben Ausflügen und Wanderungen können viele Sportarten ausgeübt werden: vor allem Wassersport, wie Schwimmen, im See oder in drei Schwimmbädern: in Bissone, Chiasso und Mendrisio, sowie im Hallenbad in Serpiano. Segeln, Windsurfen und Wasserski für Geübtere.
Für Tennisliebhaber gibt es zahlreiche Plätze in Besazio, Brusino, Chiasso, Maroggia, Mendrisio, Morbio Inferiore, Salorino und Stabio.
Zwei Reitschulen – in Novazzano und Stabio – bieten die Möglichkeit zu romantischen Ausflügen durch Kastanienwälder oder Kornfeldern entlang, umgeben von Weinbergen und blühenden Wiesen, und man entdeckt typische Dörfer, in denen echte Schätze, künstlerische und architektonische, schlummern: Denkmäler, alte herrschaftliche Villen, Kirchen und Kapellen.
Muggio
Das Mendrisiotto war nicht nur ein ausgezeichnetes Agrarland, sondern auch während Jahrhunderten Heimat berühmter Künstler, die hier besondere Zeugnisse ihrer Begabung hinterliessen. Künstler, die gezwungen waren, zu emigrieren, um ihre Talente entfalten zu können. Einmal zurückgekehrt in die Heimat verstanden sie mit grossem Geschick im Ausland Gelerntes in ihren eigenen Dörfern anzuwenden, sowohl zwischen eng aneinander gefügten Häusern, als auch in reichen Herrschaftsvillen und sogar in bescheidensten Kapellen.
Das Entdecken des aussergewöhnlichen Anblicks der Region ist für viele ein Anlass zu einem erfreulichen Abenteuer, auf der Suche nach kostbaren Beweisstücken einer reichen und unvermuteten Vergangenheit.
Diejenigen, die ihre eigenen Kenntnisse der Region erweitern möchten, können die Museen in Mendrisio, Ligornetto, Rancate und Stabio besuchen wo das Ergebnis sorgfältiger Ermittlungen aufliegt: die Malerei und Bildhauerei, die kleine Geschichte unserer grossen Künstler, und nicht zuletzt die Sitten, Bräuche und Traditionen dieses Stück Landes.
In Meride lädt ein kleines Museum ein, mit den geologischen und naturkundlichen Besonderheiten des Monte Sah Giorgio vertraut zu werden, der seit tausenden von Jahren Fossilien von fundamentaler Bedeutung für die Forscher dieser faszinierenden Wissenschaft, in sich aufbewahrt.
Dieser Berg ist, wie der Monte Generoso, für eine außerordentlich reiche und seltene Vegetation bekannt, die einige besonders rare und in der übrigen Schweiz nicht vorkommende Arten aufweist.
Touristik-Angebot
Die touristische Infrastruktur verfügt über ein gutes qualitatives sowie quantitatives Niveau. Hotels bester schweizerischer Tradition sowie auch kleine familiäre Pensionen stehen allen zur Verfügung, die das Mendrisiotto als Ferienziel wählen. Günstige Unterkunftsmöglichkeiten werden von Campingplätzen zahlreichen Ferienwohnungen und -häusern in verschiedenen Orten angeboten.
Das Thermalbad von Stabio, berühmt auf nationaler Ebene, offeriert Kuraufenthalte, unter ärztlicher Kontrolle, für Personen, die an Rheuma, Arthritis oder Hautkrankheiten leiden. Wegen des besonderen Klimas eignet sich die Region speziell die Gegend von Serpiano, vorzüglich für einen Aufenthalt von Erholungsbedürftigen und älteren Menschen.
Das Mendrisiotto und Basso Ceresio, dieses kleine bescheidene Stück Land, ist für alle ideal. Vor allem gibt es hier noch viel zu entdecken und kennenzulernen. Wer es gut kennt und weiss, wie sein wahres Gesicht ist, liebt es. Und wer es liebt, der verweilt gerne hier, denn…. er fühlt sich zu Hause !
Muggio ist die höchstgelegene Gemeinde des Tales. Sie umfasst noch höher liegende Ortsteile sowie verschiedene Weiden an den Hängen des Monte Generoso, wo das Gemeindegebiet eine Höhe von 1400 m erreicht.
Da oberhalb des Ortes ein kleiner römischer Friedhof gefunden wurde, war Muggio vermutlich bereits vor dem 12. Jahrhundert bewohnt.
Muggio ist die Heimat zahlreicher Künstler. Unter ihnen finden sich berühmte Architekten des Neoklassizismus wie Luigi Fontana und Simone Cantoni.
Letzterer hat viel in Como gearbeitet, wo noch etliche seiner Bauten, darunter auch die Herrschaftsvilla Olmo, bewundert werden können.
Gastronomie
Campora Valle di Muggio
Um ein vollständiges Bild der Region zu erhalten, darf natürlich keinesfalls die typische einheimische Küche vergessen werden, die noch besonders im «Grotto» erhalten blieb.
Das «Grotto » ist eine im Tessin sehr bekannte Gaststätte, die vor allem in jenen Zonen liegt, in denen Wein hergestellt wird, denn ursprünglich war das Grotto ein Keller zur Weinlagerung, aber auch für Wurstwaren und andere Lebensmittel.
Aus diesem Grunde liegen viele Grotti an einem Berghang und man benützte die natürlichen Höhlen als Keller.
Außerhalb befindet sich eine Boccia-Bahn, einige Tische und Bänke aus Stein wo man, im Schatten uralter Bäume, schmackhafte Imbisse, wie z.B. Salami und Formaggini (Käse) aus dem Muggiotal, mit einem guten Glas Wein geniessen kann.
Im Grotto befinden sich ein oder mehrere Räume, die sehr einfach möbliert sind.
Der grosse Kamin, über dessen Feuer man die echte Polenta zubereitet, ist der Mittelpunkt des Lebens im Grotto, : hier wird diskutiert und politisiert, man streitet und man schliesst wieder Frieden. Leider sind heute viele dieser Gaststätten verschwunden.
In den wenigen Grotti, mit ursprünglichem Aspekt, ist jedoch der Sinn für die antiken Traditionen sehr lebendig und deshalb konnte auch die Küche ihren natürlichen Geschmack bewahren. Es handelt sich dabei um sehr einfache Gerichte, Vermächtnis einer bescheidenen Gastronomie, deren Wurzeln in der ländlichen Vergangenheit der Region liegen. Die Polenta z.B. ist gewöhnlich eine Beilage zu Kaninchenfleisch, Geflügel und Wild.
Schweinswürstchen, Mortadella und Zampone werden meist mit Bohnen und Linsen serviert. Verschiedenerlei Gemüse, meist aus dem eigenen Familiengarten, sind die Zutaten herrlicher Suppen, wie Minestrone und Kürbis-Suppe, die man mit Weiss- oder Gelb-Brot (MaismehI) isst. Auch die Busecca, eine schmackhafte Gemüsesuppe, angereichert mit kleingeschnittenen Kutteln, ist ein typisches Gericht der Region, das vor allem in den Wintermonaten beliebt ist.
Das Grotto am Seeufer hingegen offeriert Fischspezialitäten, unter denen zweifellos die Forelle «in carpione» am bekanntesten ist: gebratener Fisch, kalt serviert, mariniert mit Essigsauce, Zwiebeln und Gewürzen.
Veranstaltungen und Traditionen
im Laufe des Jahres finden viele Feste und Veranstaltungen innerhalb der Region statt. Einige stammen aus alten Zeiten wie vor allem religiöse Feste, Prozessionen und andere Feierlichkeiten. In der Woche vor Ostern gibt es vor allem zwei traditionsgemässe bedeutende Veranstaltungen: die historischen Prozessionen von Mendrisio, die auf das Jahr 1600 zurückgehen und sich noch heute wie damals, am Gründonnerstag- und Karfreitag-Abend durch die Strassen bewegen, ein eindrucksvolles Schauspiel, das den Zauber eines Ritus verewigt, der Jahr hunderte überdauerte.
Eine jüngere, aber keineswegs weniger eindrucksvolle Darstellung von Passion und Kreuzigung Christus findet am vorhergehenden Mittwochabend in Coldrerio statt. Ausser den Festen bereichern Konzerte, Ausstellungen und sportliche Veranstaltungen, nicht selten auch internationalen Charakters, den Jahreskalender.
One comment on “Mendrisiotto”
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Das Mendrisiotto ist dank der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur sowie der Nähe zu den Zentren Oberitaliens eine wichtige Transitzone geworden. Abseits der Autobahn stösst man jedoch auf eine üppiges Naturparadies: eine grüne Hügellandschaft – teils für den Weinbau kultiviert, weitläufige Naturparks und imposante Schluchten. Malerische Dörfer liegen inmitten der ländlichen Region und stehen im Kontrast zum urbanen Grenzort Chiasso.