30 Juni 2008
Durchbruchstäler
Geschrieben von reinxen under: Spezielle Talformen .
Ein Durchbruchstal ist ein senkrecht ins Gestein geschnittenes Tal, das die Gesteinsbarriere durchbrochen hat.
Durchbruchstäler fließen quer durch ein Gebirge von einem Tiefland auf der einen Seite in ein Tiefland auf der anderen Seite.
Meist steht das Gebirge schräg oder quer zur generellen Fließrichtung, und das Gewässer erodierte es im Laufe von Jahrmillionen entlang tektonischer Schwäche- oder Störungslinien. Dem Geologen bietet ein Durchbruchstal interessante Sichten auf die Gesteine und die Verbiegungen ihrer Schichten seit der Gebirgsbildung.
Da sich Bergregionen oft bis heute um 1-3 mm pro Jahr heben, tiefen sich manche Flüsse im selben Maß ein. Das Geröll und der Kies wird bei Hochwasser in die Becken des Oberlaufs bzw. unterhalb der Durchbrüche abgelagert, während Feinkies und Sand mehrheitlich in den Hauptfluss gelangen.
In erster Linie sind es zwei Prozessabläufe, die zur Entwicklung von Durchbruchstälern führen können:
* Antezedenz
Bei antezedenten Durchbruchstälern existierte der Flusslauf bereits in seiner heutigen Form, bevor sich das Gebirge hob. Der Fluss erodierte seinen Lauf in das sich hebende Gebirge, behielt seine Position bei und erzeugte das Tal, in dem er seitdem das Gebirge durchquert.
Ein Fluss fließt über eine Ebene und schneidet sich ein. Die gesamte Ebene hebt sich aufgrund von tektonischer Hebung, jedoch ist dies an der Oberfläche nicht unmittelbar erkennbar, da die Erosion die Hebung aufhebt. Im Laufe der Zeit wird das entstehende Gebirge sichtbar und der Fluss fängt an, sich in das Gebirge einzugraben.
Der Fluss war vor der Hebung des Gebirges da und umfließt daher das Gebirge nicht. Die Tektonik machte ein solches Durchbruchstal erst möglich.
Ein Beispiel ist das Tal der Elbe durch die Sächsische Schweiz.
Das mittelrheinische Tal zwischen Bingen und Koblenz ist ein weiteres Beispiel für ein antezedentes Durchbruchstal
* Epigenese
Bei epigenetischen Durchbruchstälern fließt der Fluss in wenig widerständigem Gestein und ist hierin bereits leicht eingeschnitten. Im Liegenden des wenig widerständigem Gesteins befinden sich petrographisch härtere Schichten. Beim Hebungsprozess kann der Fluss nun seinen Lauf nicht mehr verlegen und schneidet in die widerständigen Schichten ein.
Zahlreiche Durchbruchstäler diesen Types finden sich beispielsweise im Appalachengebirge in den östlichen USA.
Eine dritte Möglichkeit ist rückschreitende Erosion, häufig verbunden mit Anzapfung.
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