30 Mai 2011
Besondere Täler in Norwegen
Geschrieben von reinxen under: Fjorde; Spezielle Talformen .
Wer hätte das gedacht: auch die berühmten Norweger Fjorde sind nach geomorphologischer Definition Täler. Ursache ihrer Entstehung ist die glaziale Überformung und sie sind meist dort entstanden, wo zuvor schon Abflussrinnen, sogenannte fluviale Täler, geformt waren. So auch bei den Fjorden, die in ihrer jetzigen Form mit Wasser gefüllte Trogtäler sind. Landschaftsliebhaber, Kreuzfahrer und andere Touristen erfreuen sich an den gewaltigen Höhen und Tiefen der norwegischen Fjordlandschaft.
Hoch hinaus und tief hinab
Die Fjorde Norwegens sind ein beliebtes Reiseziel für Europäer und Besucher aus aller Welt. Und eine Art sie zu bereisen, ist mittels eines Kreuzfahrtschiffes. Wer leicht seekrank ist, kommt aber auch auf gewundenen Straßen auf dem Landweg ganz nah ran und sucht sich mit dem Wohnmobil einen schönen Stellplatz für die Nacht. Doch auch mit eigenem Pkw kann man anreisen und traumhafte Aussichten in schönen Hotels günstig buchen. Die steil aufragenden Felswände der Fjorde haben eine besondere Faszination und diese Faszination steigt noch, wenn man sich vor Augen führt, dass die Wände unter dem Wasserspiegel ebenso steil abfallen. Die Fjorde sind sehr tief, sodass auch große Schiffe hier genügend Fahrwasser haben. Und auch große Fische kann man hier beobachten. Nicht selten besuchen Killerwale die tiefsten Täler Europas und tauchen bei zu hohem Touristenaufkommen einfach ganz tief ab. Wäre diese Ausweichmöglichkeit nach unten nicht vorhanden, würden sich die beeindruckenden Tiere gar nicht in die engen Fjorde wagen.
Berg und Talfahrt
Neben den Fjorden eignet sich auch die Landschaft rundherum im norwegischen Bergland, genannt Fjäll, zum Anschauungsunterricht in Sachen Geomorphologie. Die Landschaft ist ausgesprochen glazial geprägt und wer im Auto nicht kurvenfest ist, meidet die Straßen auf dieser Ecke besser. Die flacheren Hochebenen mit ihren sanft geschwungenen Tälern bieten allerdings reichlich Gelegenheit für Pausen und ausgedehnte Wanderung über die karge Gletscherlandschaft. Hier und dort findet man auf den Höhen auch im Sommer noch einige Flächen mit Schnee. Rodeln mitten im Juli ist in Norwegen damit kein Problem. Ausflugslokale und Hotels sucht man hier allerdings vergebens. Das Hochplateau ist dünn besiedelt, die meisten Häuser befinden sich am kurzen Ende der Fjorde im Tal. Vorteil ist ein herrlicher Blick durch die Längsachse der Täler mit den einrahmenden Felsstürzen rechts und links und mit ein bisschen Glück ein malerischer Sonnenuntergang. Schließlich liegen die Fjorde, wenn sie keine Knicke machen, alle Richtung Westen. Wer eine Reise plant, sollte einige Tage Aufenthalt in den Fjorden einplanen, nur dann können diese Wunderwerke der Natur ihre Wirkung auf den Betrachter voll entfalten.
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